CHAG MATAN THORA

CHAG MATAN THORA


In der Amida zu Schawuot heißt es:„In Liebe gabst du uns, Ewiger, unser G-tt, Festzeiten zur Freude, Feste und Zeiten zur Wonne, den Tag dieses Wochenfestes, Zeit unserer Gesetzgebung (in Liebe) heilige Versammlung, zum Andenken an den Auszug aus Ägypten.»
Diese Aussage ist verknüpft mit Schemot 19,1-6:„1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Israel aus dem Lande Ägypten, an diesem selbigen Tage kamen sie in die Wüste Sinai: 2 Sie brachen auf von Rephidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste; und Israel lagerte sich daselbst dem Berge gegenüber. 3 Und Mosche stieg hinauf zu G-tt; und der Ewige rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du zum Hause Jakob sprechen und den Kindern Israel kundtun: 4 Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan habe, wie Ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu Mir gebracht habe. 5 Und nun, wenn ihr fleißig auf Meine Stimme hören und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mein Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist Mein; 6 und ihr sollt Mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israel reden sollst.»
Nachdem das Volk Israel zu Pessach aus Ägypten, dem Land der Knechtschaft in die physische Freiheit ausgezogen war, folgte eine 49-tägige, (das sind 7×7 Tage, also 7 Wochen) Zeit der Vorbereitung, eine Periode des Aufstiegs, die in die Übergabe der Thora mündete. So empfingen die Israeliten am 50. Tag in einem atemberaubenden Akt die Thora, den Ausdruck des Willens G-ttes, um durch Gesetz und Lehre in die spirituelle Freiheit zu gelangen. Dieses Ereignis wird in Schemot 19,16-19 so beschrieben:
„16 Und es geschah am dritten Tage, als es Morgen war, da waren Donner und Blitze und eine schwere Wolke auf dem Berge und ein sehr starker Schall des Widderhorns (Schofar); und das ganze Volk zitterte, das im Lager war. 17 Und Mosche führte das Volk aus dem Lager hinaus, G-tt entgegen; und sie stellten sich auf am Fuße des Berges. 18 Und der ganze Berg Sinai rauchte, darum, dass der Ewige auf ihn herabstieg im Feuer; und sein Rauch stieg auf, wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg bebte sehr. 19 Und der Schall des Widderhorns (Schofar) wurde fort und fort stärker; Mosche redete, und G-tt antwortete ihm mit einer Stimme 20 Und der Ewige stieg auf den Berg Sinai herab, auf den Gipfel des Berges; und der Ewige rief Mosche auf den Gipfel des Berges, und Mosche stieg hinauf.»
Bei diesem Ereignis war nicht nur das ganze Volk anwesend, sondern alle Seelen, die an diesem Bund teilhaben sollten. Diese Offenbarung G-ttes zu erleben, die Stimme, die die Weisung für alle Zeiten gab zu hören, war so überwältigend, dass das Volk nur in der Lage war, die ersten beiden Gebote direkt von G-tt zu hören. Sie fürchteten zu starben und baten Mosche alleine mit G-tt zu reden und ihnen dann zu berichten. So geschah es:
„Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes; und sie sprachen: Alles was der Ewige geredet hat, wollen wir tun und gehorchen» (Schmot 24,7).
Damit nahmen sie die Thora bedingungslos und freiwillig an und besiegelten damit ihre spirituelle Freiheit.
Der Midrasch betont, dass die Stimme G-ttes, die am Sinai erschallte auf der ganzen Welt zu hören war und damit dem Geschehen eine allumfassende Bedeutung verlieh.
„Als G-tt die Thora gab, zwitscherten keine Vögel, flog kein Geflügel, kein Ochse gab ein Laut von sich, Engel flogen nicht, Seraphim sagten nicht ‘Kadosch’, das Meer bewegte sich nicht, keine Kreatur sprach. Die Welt war still – und nur eine Stimme war zu hören: Ich bin der Ewige, euer G-tt»(Schemot Rabba 29).
Diese Stille umspannte die ganze Welt und der Midrasch erzählt, dass die Stimme aus der Stille um die ganze Welt kreiste und es nicht festzumachen war, woher sie eigentlich kam. Die Könige der Völker wurden von Ehrfurcht ergriffen und sangen Loblieder (Vgl.Schemot Rabba 5,9 und Bawli, Schewachim 116a).

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