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Juden, die an Jesus glauben

Juden, die an Jesus glauben

Von Michael Hollenbach

Schauspieler stellen den Kreuzweg nach – Messianische Juden glauben an Jesus (dpa / picture alliance Alfredo Aldai)

Für Messianische Juden ist Jesus der Messias. Damit sind sie theologisch gesehen Christen. Das sehen sie aber ganz anders – was für Ärger zwischen jüdischen und kirchlichen Vertretern über den Umgang mit den Gläubigen sorgt.

Die Jeschua Ha-Maschiach-Gemeinde in Hannover. Jeschua Ha-Maschiach ist hebräisch und bedeutet: Jesus, der Gesalbte. Der Leiter der Gemeinde, Johannes Heier, begrüßt die zwei Dutzend Gemeindemitglieder, die sich am Samstagmorgen in der ehemaligen Videothek zum Schabbat versammelt haben.

Ina Wunn: „Messianische Juden sind Menschen, die sich dem Judentum zugehörig fühlen; das heißt, Menschen, die die jüdischen Gesetze befolgen, Kinder beschneiden lassen, die jüdischen Speisegesetze beachten, den Sabbat feiern, aber daran glauben, dass Jesus von Nazareth tatsächlich der erwartete Messias gewesen ist.“

Erläutert die Religionswissenschaftlern Ina Wunn. Und Gemeindeleiter Johannes Heier betont:

„Wir kehren zurück zu den Wurzeln, wir folgen dem Willen Gottes nach. (…) Das Volk Israel hat eine große Aufgabe. Also durch dieses Volk offenbart sich Gott der ganzen Menschheit.“

Die messianischen Juden sehen sich theologisch in der Tradition der jüdischen Urchristen.

Wunn: „Es hat ja im Jahr 56 das Apostelkonzil gegeben mit der Auseinandersetzung zwischen Petrus und den Judenchristen auf der einen Seite und Paulus und den Heidenchristen auf der anderen Seite, und da kann man das messianische Judentum klar verorten auf der Seite des Petrus.“

Eigentlich bilden die messianischen Juden eine eigene Religionsgruppe. Als Christen wollen sie nicht bezeichnet werden.

Heier: „Wir sind Grenzgänger. Juden mögen uns nicht, und Christen meistens auch nicht, wir sind Verräter da und da. Wir haben nichts Neues erfunden. Wir wollen das wiederherstellen, was früher war: die Wahrheit.“

Bei den meisten Landeskirchen und der EKD stoßen die messianischen Juden auf wenig Verständnis; um so mehr dagegen bei evangelikalen Gruppen wie zum Beispiel dem Evangeliumsdienst für Israel. Dessen theologischer Leiter ist Armin Bachor.

Bachor: „Da sind die messianischen Juden sehr interessant an der Stelle, weil ein messianischer Jude zeigt, dass ein Jude abstammungsmäßig Jude bleibt, auch wenn er es für möglich hält und persönlich sogar glaubt, dass Jesus von Nazareth der Messias ist.“

In Deutschland haben die messianischen Juden rund 1000 Mitglieder, die vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion stammen.

Bachor: „Ich unterstütze messianische Juden, die von ihrer Abstammung her jüdisch sind. In diesen Gemeinden sind auch Nicht-Juden. (…) Wir möchten nicht, dass Menschen Jude spielen.“

Doch diesen Eindruck eines inszenierten Judentums kann man in vielen Gemeinden durchaus gewinnen. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind keine gebürtigen Juden.

Heier: „Juden sind am wenigsten, ehrlich gesagt.“

Gesteht Johannes Heier. Und er selbst, der Gemeindeleiter, hat eine religiöse Odyssee hinter sich. Der 62-Jährige war früher überzeugter Katholik und schloss sich dann der Pfingstgemeinschaft an, bevor er zu den messianischen Juden wechselte. Für ihn sei entscheidend, wer aus dem Geiste heraus Jude sei.

Heier: „Ich habe Wurzeln, mehr nicht, aber im Herzen bin ich mehr als Jude.“

„Man kann nur Jude oder Christ sein“

Dass von jüdischer Seite die messianischen Juden eindeutig abgelehnt werden, macht Walter Homolka deutlich. Er ist Rabbiner und Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs in Berlin.

Homolka: „Für uns ist ganz klar: Man kann nur Jude sein oder Christ. Judenchristen gibt es aus der jüdischen Betrachtung nicht. Und insofern sind diejenigen, die Jesus als Herrn anerkennen, Teil der christlichen Gemeinschaft.“

Der Hauptstreitpunkt ist die Judenmission der so genannten messianischen Juden:

Homolka: „Da Judenmission aus unserer Sicht völlig inakzeptabel ist, zerstört man damit eine wichtige Basis, die in den letzten 50 Jahren entstanden ist.“

Nämlich die Basis des christlich-jüdischen Dialogs. Dem hält Armin Bachor vom Evangeliumsdienst für Israel entgegen:

Bachor: „Judenmission lehne ich ab. Ich lehne jeden Versuch ab, einen jüdischen Menschen zu einem Christen zu machen.“

Doch schon im nächsten Satz geht es bei ihm um eben diese Judenmission:

Bachor: „Jeder Mensch, insbesondere jüdische Menschen, sollten die Chance haben zu hören, dass Jesus von Nazareth nach Jesaja 53, ein Buch der hebräischen Schriften, der für die Sünden seines Volkes leidende und sühnende Messias ist. Das Zeugnis von Jeschua, dem Retter Israels, ist ja keine Erfindung der Kirche, sondern das steht schon in den hebräischen Schriften des Judentums.“

Genau diese Art der Judenmission will auch Ellen Ueberschär vermeiden. Die Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentags erinnert daran, dass man sich bereits 1999 gegen Judenmission auf dem evangelischen Laientreffen ausgesprochen habe:

Ueberschär: „Seit dieser Zeit (…) haben wir die Praxis, dass wir Gruppen, die aktive Judenmission zu ihrem Ziel erklären, auf dem Markt der Möglichkeit nicht zulassen.“

Ueberschär kritisiert, dass die Debatten über die Judenmission von evangelikaler Seite meist wenig sachlich, sondern eher wutschnaubend geführt würden:

Überschär: „Was eher beschädigt wird durch diese Diskussion ist der christlich-jüdische Dialog, weil das eine Tradition ist, die der Kirchentag seit über 50 Jahren intensiv pflegt und aufgebaut hat, und ein Gespräch mit jüdischen Gemeinden auf Augenhöhe ist dem Kirchentag sehr wichtig und das darf durch das Zusammengehen mit den Evangelikalen auch nicht gefährdet werden.“

Nun hat sich der Kirchentag entschieden, den messianischen Juden zwar auf dem Markt der Möglichkeit keinen Ort einzuräumen; doch zugleich will man in Stuttgart in einem „theologischen Gespräch“ der Frage nachgehen, was messianisches Judentum bedeutet. Für Armin Bachor eine Erfolgsmeldung:

Bachor: „Diese Veranstaltung ist der hoffnungsvolle Beginn eines Trialogs. Trialog, wo Kirche, Synagoge und das Bindeglied messianische Juden miteinander ins Gespräch kommen. Das ist großartig. (…) und das Ziel ist, dass der Messias wieder zu einem Thema in einem rein innerjüdischen Gespräch wird.“

Das sieht Rabbiner Walter Homolka allerdings ganz anders:

Homolka: „Deshalb kann ich nur davor warnen: das ist nicht nur eine theologische Frage, sondern auch eine stilistische, eine Geschmacksfrage, dass man nicht das Gespräch mit dem Judentum auf der einen Seite intensivieren kann, aber das in der Nachbarschaft mit messianischen Juden stattfinden lassen will. Da ist jüdischerseits wenig Aufgeschlossenheit.“

Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/messianische-juden-juden-die-an-jesus-glauben.1278.de. html?dram:article_id=319929

13 Glaubensgrundsätze von Maimonides

13 Glaubensgrundsätze von Maimonides

von   Klal Emunim 

Unsere Glaubensgrundsätze sind identisch mit denen des Gesamtjudentums, die in den 13 Glaubensgrundsätzen des Maimonides zusammengefasst sind, mit der Maßgabe, dass der erwartete Messias eben Jeschua ben Joseph ben David aus Nazareth ist. Nachdem die 13 Grundsätze oft nicht bekannt sind haben wir diese hier für Sie aufgeführt. Insbesondere Grundsatz 12 ist für die Erwartung des Maschiach bis heute — von großer Bedeutung.

Die dreizehn Grundlehren (י״ג עקרים) nach R. Mosche Ben Maimon (רמב״ם)

1. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, alle Geschöpfe erschaffen hat und sie leitet, nur Er allein Seine Werke vollbrachte, vollbringt und vollbringen wird.

2. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, einzig ist, dass es keine Einzigkeit gleich der Seinen in irgendeiner Art gibt, dass nur er allein unser G-tt war, ist und sein wird.

3. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, kein Körper ist, keinen körperlichen Begriffen unterliegt, und nichts mit ihm Ähnlichkeit hat.

4. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, der Erste war und zuletzt noch sein wird.

5. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, allein würdig ist, dass man zu ihm bete, und nichts anderes sonst angebetetwerden darf.

6. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass alle Worte der Propheten Wahrheit sind.

7. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Prophetie von Mosche Rabbenu, Friede sei ihm, wahrhaft war, dass er (im Rang) der Vater aller Propheten vor ihm war und derer, die nach ihm kamen.

8. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die ganze Torah, die sich jetzt in unseren Händen befindet, die ist, die einst Mosche Rabbenu, Friede sei ihm, gegeben wurde.

9. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass diese Torah niemals ausgewechselt wird, und dass es keine andere Torah vom Schöpfer, gelobt sei Sein Name, geben wird.

10.Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, alle Handlungen und Gedanken der Menschen kennt, wie es heißt: Der aller Herzen gebildet hat, Er versteht auch all ihre Handlungen.

11.Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, Gutes vergilt denen, die Seine Gebote befolgen, und die bestraft, die seine Gesetze übertreten.

12.Ich glaube mit voller Überzeugung an das Kommen des Maschiach; obwohl er säumt, warte ich trotzdem jeden Tag, dass er komme.

13.Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Toten wieder belebt werden zur Zeit, da es der Wille des Schöpfers sein wird, gelobt sei Sein Name und erhoben sei Sein Gedenken für immer und in alle Ewigkeit.

Die Grundsätze wurden von Schuwa LaSchoresch bereit gestellt. Eine Ausarbeitung der Glaubensgrundsätze auch im Hinblick auf den Neuen Bund des Neuen Testaments können Sie ausführlich unter der Verlinkung nachlesen.

MESSIANISCH-JÜDISCHE THEOLOGIE — FRAGEN IM FOKUS

MESSIANISCH-JÜDISCHE THEOLOGIE — FRAGEN IM FOKUS

KLAL UMUNIM

כלל אמונים

Ausgestreckte Hand des Friedens

Als Jeschua HaMelelch HaMaschiach seine Talmidim zu den Menschen in allen Völkern aussandte, war es eine Sendung des Friedens im Namen des Ewigen und des gesamten Volkes Israels.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Gute Nachricht eben als die Botschaft des Volkes Israel verstanden wird, worin wir die Völker der Erde einladen, an unserem Heil teilzuhaben, wenn sie wollen. Diese Botschaft, versteht man sie im Licht der Offenbarung vom Sinai, enthält nur Gute Nachrichten — gerade für die Völker – und KEINE SCHLECHTEN NACHRICHTEN! Es besteht für die Noachiden (also alle Menschen, die nicht zum Volk Israel gehören) keinen zwingenden Grund zu glauben, dass Jeschua der Maschiach ist, damit sie errettet werden, denn der Ewige ist treu zu Seinem Bund mit Noach und dessen Nachkommen genauso, wie HASCHEM zu Seinem Bund mit dem Volk Israel treu ist.

Das trinitarische Dogma des Glaubens an „Jesus Sohn Gottes“ als zwingende Heilsvoraussetzung ist eine Erfindung von Häretikern, die schließlich im 4. Jahrhundert die Spaltung der Gemeinde der Gläubigen in zwei Lager vollzogen haben. Auf der einen Seite Jeruschalajim und der Glaube der Väter Israels, auf der anderen Seite Rom und die Trinität.

Diese zwei Lager existieren bin heute und wahrscheinlich bleibt es so, bis der Herr Jeschua wiederkommt, möge es bald und zu unseren Tagen geschehen.

Wir, die monotheistischen Gläubigen an den Ewigen, den Gott Israels, und an die Sendung von Jeschua ben Joseph ben David teilen alle Glaubensgrundsätze des erwählten Volkes. Den Stamm unserer Glaubensgemeinschaft bildet weiterhin das aus dem Samen der Erzväter stammende Volk Israel selbst. Die eingepfropften Glieder der Gemeinschaft sind zusammen mit dem Stamm eine Ganzheit und alle zusammen gehören dem Volk Israel an.

Wir laden ein, die Gute Nachricht, wie sie in Israel seit 2.000 Jahren verkündet wird, kennen zu lernen und sich unserem Volk in der Erfüllung des königlich-priesterlichen Dienstes im Rahmen des Neuen Bundes anzuschließen.

Bitte kontaktiert uns, falls Interesse an weiteren Informationen besteht: info@laschoresch.org . Schreibt bitte an Baruch ben Mordechai HaKohen und er wird mit Ihnen Verbindung aufnehmen.

Quelle: https://www.klalemunim.org/de/

Tuvia Tenenbom: „Hey Leute, ich bin es, ein Jude“

Tuvia Tenenbom: „Hey Leute, ich bin es, ein Jude“

Von Stefan Frank

23. Juli 2020

Tenenbom über Corbyn: „Wenn du ihn siehst und mit ihm sprichst, ist er ein lustiger Typ.“ Foto Isi Tenenbom

Tuvia Tenenbom, der Gründer des Jewish Theater of New York, ist berühmt für seine Reportagen über seine Reisen und Begegnungen. Anfang des Jahres hat er sein neuestes Buch veröffentlicht: Allein unter Briten – Eine Entdeckungsreise. Wie zuvor u.a. bei seinen Bestsellern Allein unter Deutschen. Eine E Quellentdeckungsreise (2012) und Allein unter Juden. Eine Entdeckungsreise durch Israel (2016) ist Tenenbom auch diesmal viele Monate lang durch ein Land gereist und hat Menschen getroffen und mit ihnen geredet. Dabei begegnete er einem Antisemitismus, mit dem er nie gerechnet hätte. Stefan Frank hat für Audiatur-Online mit ihm gesprochen.

War es Ihr Plan, ein Buch über Antisemitismus in Grossbritannien zu schreiben?
Nein überhaupt nicht. Ich wollte immer das Geheimnis des britischen – und insbesondere des englischen – Theaters lüften. Das war der Grund meiner Reise. Als ich anfing, im Theater zu arbeiten, flog ich für ein paar Tage von New York nach London, um mir das Theater anzusehen, das ich für das beste Theater der Welt hielt. Als die Brexit-Frage auftauchte, dachte ich: Warum nicht ein Buch über Theater und Brexit schreiben? Das war die Idee. Ich will nie über Antisemitismus schreiben. Ich will darüber schreiben, was die Leute denken.

Wie sind Sie dann auf den Antisemitismus in Grossbritannien aufmerksam geworden?
Wie gesagt, ich wollte auch über den Brexit berichten. Das war der Grund, warum meine Frau Isi und ich zuerst nach Irland reisten; weil ich sehen wollte, was seit vielen Jahren als das grösste Brexit-Problem galt: die mögliche [„harte“; S.F.] Grenze zwischen der irischen Republik auf der einen und [dem britischen; S.F.] Nordirland auf der anderen Seite der Insel. Also beschloss ich, nach Dublin und von dort nach Grossbritannien zu reisen. So würde ich die Grenze überqueren und sie mit eigenen Augen sehen. Das war die Idee. Mein erstes Interview in Dublin war eines mit einem ziemlich interessanten Mann. Ich sagte zu ihm: Ich war noch nie in Irland, erzähl mir über deine Leute. Als Antwort erzählte er mir von der irischen Geschichte, von den blutigen Kämpfen zwischen den verschiedenen irischen Gruppen – vor allem zwischen Katholiken und Protestanten – und den Bomben, die überall explodiert seien. Aber in einer Sache seien sich alle einig, sagte er: Sie alle seien gegen Israel und die Juden. Und ich dachte: Wo kommt das her? Also machte ich mich daran, den Oberbürgermeister von Dublin zu interviewen. Er berichtete mir von den brüderlichen Gefühlen, die sein Volk gegenüber dem palästinensischen Volk hege. Und er sagte mir, wie grossartig die Hamas sei. Und dann erzählte er mir von den palästinensischen Flaggen, dass sie dreissig Tage im Jahr über dem Rathaus wehten, zur Identifikation mit den Palästinensern. Sie haben offensichtlich nichts anderes im Kopf. Nun, dann bin ich nach Nordirland gefahren, das Teil von Grossbritannien ist. Ich fuhr umher und sah seltsamerweise überall palästinensische Flaggen. Und ich dachte: Worum geht es hier? Bin ich in Palästina? Wird das hier Allein unter Juden? Aber nein: Ich bin in Grossbritannien, in Nordirland. Ich betrat den ersten Pub, den ich fand, und fragte, warum es überall so viele palästinensische Flaggen gibt. Sie antworteten, dass sie die Juden wirklich nicht mögen, weil die Juden die Geissel der Erde seien. Und Hitler habe den Job nicht so erledigt, wie er es hätte tun sollen: alle Juden töten. Ich hatte während der gesamten Reise einen Kameramann und einen Tontechniker dabei, und diese irischen Leute sprachen direkt mit der Kamera, froh, dass ihre Worte in Bild und Ton aufgezeichnet wurden.

Wirklich?
Ja. Wissen Sie, ich mache nie etwa mit „versteckter Kamera“. Bei mir geschieht alles offen, alles wird aufgezeichnet. In jedem dieser Bücher kommt man in ein Land, fängt an herumzufahren, ohne zu wissen, wohin die Reise geht und wo man übernachten wird, nichts ist geplant. Man lässt sich einfach von den Leuten leiten. Und genau das ist passiert.

Ich habe gehört, dass es in Nordirland in den protestantischen Teilen auch viele israelische Flaggen gebe.
Ja, das habe ich auch gehört. Aber ich habe in mehreren Stunden Fahrt keine einzige israelische Flagge gesehen. Ich bin mir sicher, dass es – genau wie in Deutschland – Menschen in Irland, Schottland, England und Wales gibt, die völlig frei von Antisemitismus sind. Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die von dieser Krankheit völlig frei sind. Menschen, die für Israel, für Juden sind. Man findet sie überall, das leugne ich nicht. Aber was ich mache, ist: mit den Leuten reden. Und die Leute, die man am wahrscheinlichsten trifft, sind Leute der Mehrheit. Man sieht den Trend. Das Buch Allein unter Briten erzählt natürlich von diesem Trend, davon, was die meisten Leute denken.

Die britische Labour Party ist als Brutstätte des Antisemitismus bekannt. Sogar antiisraelische Zeitungen wie der Guardian erkennen dies an. Wie kam es zu diesem Antisemitismus? Kam das plötzlich mit der Wahl von Jeremy Corbyn im Jahr 2015?

Corbyn ist jetzt nicht mehr der Parteiführer. Aber hat sich die Party darum geändert? Das glaube ich nicht. Die Partei unter Corbyn war gewalttätig antisemitisch. Und doch haben bei den letzten Wahlen trotz allem immer noch mehr als zehn Millionen Menschen für Jeremy Corbyn gestimmt, gegenüber 13 Millionen, die für Boris Johnson gestimmt haben. Oder schauen wir uns Deutschland an: Vor Hitler gab es die Weimarer Republik, die war ziemlich liberal. Glauben Sie, dass Millionen von Menschen in dem Moment, als Hitler an die Macht kam, plötzlich ihre Meinung geändert haben? So funktioniert das nicht. Was passiert ist, war, dass ein Führer auftauchte und sagte: Ihr und ich, wir hassen Juden. Lass uns etwas dagegen tun. Und die Leute sagten: Ja, warum nicht. Jeremy Corbyn sagte auf ähnliche Weise zu den Menschen: Wir mögen die Juden nicht, warum sollten wir das nicht sagen? Bei Johnsons Sieg bei den letzten Wahlen ging es hauptsächlich um den Brexit – den Brexit zu Ende bringen, wie Boris Johnson es ausdrückte. Deshalb haben die Leute für ihn gestimmt. Dennoch habe ich auch in der konservativen Partei viele Antisemiten getroffen. Sie wollen nur Israel kritisieren, als einziges Land der Welt. Die Leute, mit denen ich sieben Monate lang auf der Strasse gesprochen habe, waren ja nicht alle Mitglieder der Labour Party. Antisemitismus ist ein Teil der britischen Denkweise. Da ist etwas in der Kultur. Das ist meine Erklärung.
Also ist Jeremy Corbyn in diesem Zusammenhang nicht wichtig?
Überhaupt nicht. Er war eine Zeitlang der Ausdruck davon. Jeremy Corbyn ist nur eine Person. Ich habe ihn getroffen und er ist eigentlich ein netter Kerl. Er ist warm und lustig. Er ist nicht der Teufel. Das ist der Fehler, den die Leute machen. Antisemitismus kommt nicht von Corbyn. Niemand, besonders in unserer Zeit, kann ein Land ändern. Es geht nicht um eine Partei. Es geht nicht um eine Person. Es geht um die Menschen. Ich weiss das, weil ich zu den Briten gegangen bin und mit ihnen gesprochen habe. Ich habe mit Tausenden und Abertausenden gesprochen, denen ich zufällig begegnet bin. Und die Leute äusserten mir gegenüber antisemitische Phrasen. Ich fragte sie, was sie im Leben störte, ob sie etwas ändern möchten, und sie sagten, dass Israel sie störe. Genau so. Sie sehen, das hat nichts mit Jeremy Corbyn zu tun.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für Antisemitismus in Allein unter Briten ist Peter Willsman alias „Red Pete“, ein ehemals hochrangiger Funktionär der Labour Party, der im Gespräch mit Ihnen sagte, dass hinter der Antisemitismus-Krise der Labour Party die israelische Botschaft und deren „Agenten“ steckten, die „das alles zusammenpanschen“. (Erklärung für den Leser: Willsman wurde aufgrund dieser Aussage inzwischen aus der Partei ausgeschlossen). Würden Sie ihn als eine durchschnittliche britische Person mit Mainstream-Denken beschreiben?
Ja. Er ist in der Politik, einer der führenden Labour-Politiker und Mitglied des Nationalen Exekutivkomitees (NEC), Labours Regierungsorgan; er und Corbyn stehen sich sehr nahe. Er weiss also mehr über Politik als Andere und weiss vielleicht, wie man Dinge besser formuliert, aber am Ende des Tages denkt er genau, was die meisten Leute denken. Wenn du ihn siehst und mit ihm sprichst, ist er ein lustiger Typ. Ich mag ihn und habe nichts gegen ihn als Person. Antisemitismus ist nicht Jeremy Corbyn oder Red Pete, es geht um die Leute, die sie dorthin gebracht haben.
Sie haben auch Juden getroffen. Was ist mit denen?

Das war hart, mit anzusehen, wie die Juden in völliger Leugnung der Realität leben. Es war schwer zu ertragen. Es gibt so viele Juden, die leugnen, dass es Antisemitismus gibt. Ich traf zum Beispiel Lord Stone of Blackheath, dessen richtiger Name Andrew Zelig Stone ist, ein Lord im House of Lords. Bevor er Lord wurde, war er General Manager der Supermarktkette Marks & Spencer, und Tony Blair sorgte dafür, dass er Lord wurde. Andrew ist ein sehr intelligenter, versierter Geschäftsmann, und in Grossbritannien ist Lord zu sein, das Höchste, was man erreichen kann; der grösste Ehrentitel in der Gesellschaft für diejenigen ausserhalb der Familie der Königin. Wir sassen im House of Lords und am Anfang wollte er nichts über die Labour Party oder die Juden sprechen: „Ich möchte darüber nicht interviewt werden“, sagte er zu mir. Dann sprachen wir immer länger und schliesslich fragte ich ihn: Wie fühlst du dich als Jude? Seine Antwort: „Ich habe eine Tasche, die ich überall hin mitnehme. Darin habe ich meinen Reisepass und siebenundzwanzig verschiedene Währungen. Wenn ich morgen gehen müsste, würde ich gehen. Ich bin ein Mitglied des House of Lords – und trotzdem.“ Ja. Dieser Lord trägt überall eine Tasche mit sich, nur für den Fall, dass er aus dem Land vertrieben wird, weil er Jude ist. Und er ist nicht der einzige Lord, der das sagt. Ich traf eine Baronin, eine jüdische Baronin. Und sie sagte zu mir, dass sie einen Fehler in ihrem Leben gemacht habe: Sie hatte die Gelegenheit, im Alter von 19 Jahren nach Israel zu ziehen, und sie hat es nicht getan. Und jetzt lebt sie in einem antisemitischen Land. Wenn man Leute so reden hört, denkt man: Du gütiger Gott im Himmel! Nicht für eine Sekunde bin ich nach Grossbritannien gereist, um diese Art von Gesprächen zu hören. Ich hätte mir das nicht ausmalen können. Diese Juden aber würden niemals zugeben, dass Jeremy Corbyn ein Antisemit ist – etwas, das selbst der Guardian, der sehr, sehr antiisraelisch ist, bis zu einem gewissen Grad zugibt. Aber die Juden geben es nicht zu!
Es gab aber doch vor einigen Jahren auch eine Demonstration vor dem britischen Parlament, bei der Juden gegen den Labour-Antisemitismus protestierten.

Zuallererst war es eine von zwei Kundgebungen. Und ich weiss ich nicht, ob alle jüdisch waren. Das ist nicht das, was ich gehört habe. Die meisten von ihnen waren keine Juden. Und selbst wenn: Nehmen wir an, da waren dreitausend – von etwa 300.000 britischen Juden. Wo ist die Wut? Warum gehen nicht alle auf die Strasse? Im Übrigen habe ich versucht, einige der Organisatoren dieser Demo zu interviewen. Ich wollte sie interviewen, damit sie den Lesern schwarz auf weiss geben können, was in Grossbritannien passiert ist, vorher und danach.

Aber sie weigerten sich, mich zu treffen. Sie verstecken sich.
Wie fühlt sich der durchschnittliche Jude in Grossbritannien angesichts des Antisemitismus?
Es hängt davon ab. Ich war zum Beispiel gegen Anfang meiner Zeit in Grossbritannien in Manchester und wollte hören, was die Juden dort denken, da es dort eine grosse jüdische Gemeinde gibt. Ich ging also in eine koschere Pizzeria, die von vielen Juden besucht wird. Ich sass und ass. Am Tisch neben mir sass eine Familie: Vater, Mutter, Kinder. Ich stellte mich als Journalist vor und fragte, was sie über Antisemitismus denken. Wie fühlen sie sich dabei? Haben sie ihn erlebt? Die Antwort des Vaters war: Nein. Nie erlebt, nie davon gehört, nie erfahren. Dann fragte ich eines der Kinder, einen Jungen, ungefähr acht Jahre alt, ob sein Papa die Wahrheit sagte. Nein, sagte er, Papa lügt. Er und seine Freunde gingen neulich auf der Strasse und wurden mit Eiern beworfen, weil sie Juden sind. Also fragte ich den Vater: Warum haben Sie mich angelogen? Und er sagte: „Wenn ich Ihnen von den antisemitischen Angriffen erzähle, die wir hier erleben, werden Sie darüber schreiben. Das wird Nachahmer anstiften, und mehr Menschen werden uns angreifen.“ Die Juden leben in Leugnung. In Gateshead gibt es diese Jeschiwa, eine der angesehensten Jeschiwas in Europa, mit Hunderten von Schülern. Ich habe mit einigen von ihnen gesprochen und sie sagten zu mir: Glaubst du, der Antisemitismus hat jetzt begonnen? Geh nach York, wo 1190 alle Juden aus York lebendig verbrannt wurden. Die erste Blutlüge war in Norwich, England. Nichts hat sich seitdem verändert, sagten sie mir. Es war erstaunlich, diese ultraorthodoxen Juden in Gateshead – 18, 19, 20 Jahre alt – zu hören, die mir erzählten, dass Antisemitismus immer schon da war und sie nicht glauben, dass er jemals aufhören wird. Warum sind sie immer noch da, an einem Ort, der sie nicht will? As Jude verstehe ich das nicht. Das ist die Stelle, wo ich den Faden verliere. Ich kann es nicht verstehen.

Die heutigen britischen Juden leben also in Angst, auch wegen des Bewusstseins der Vertreibung und der Massaker im Mittelalter?

Das ist das, was diese Leute gesagt haben, und ich neige dazu, ihnen zuzustimmen. Lassen Sie mich erklären: Wenn man in London, Newcastle, Glasgow, Dublin oder wo auch immer auf einer Strasse spazieren geht und jungen Menschen zuhört, die einem sagen, wie sehr sie Israel verachten und die nichts über das Land wissen, fängt man an, sich zu fragen: Warum Israel? Und warum kritisieren sie nur Israel und keine andere Nation auf der Welt? Und wenn ich sie bitte, sich selbst zu erklären, können sie es nicht. Sie wissen nicht, warum sie so sind. Ich denke, die Antwort ist Geschichte. Zweitausend Jahre Judenhass. Dieser Hass ist auf diesem Kontinent hineingezüchtet. Er hat nicht erst gestern begonnen. Er begann nicht mit der Gründung Israels. In der Vergangenheit wurden in Graffiti oder auf den Strassen Europas die Juden aufgefordert, in das Land zu gehen, aus dem sie stammen. „Geht in den Nahen Osten!“ Jetzt sagen sie zu den Juden: „Raus aus dem Nahen Osten!“ Die jungen Briten konnten mir um nichts in der Welt sagen, warum sie so gegen Israel sind, aber nicht gegen irgendein anderes Land, irgendein Land mit einer schrecklichen Menschenrechtsbilanz. Es ist etwas, was sie fühlen, sagten sie. Fühlen. Was ist das für ein „Gefühl“? Ich denke, es ist die zweitausendjährige Geschichte des Judenhasses auf diesem Kontinent seit Anbeginn der Christenheit. Selbst jetzt, im atheistischen Westeuropa, wo einige nicht glauben, dass Jesus überhaupt gelebt hat, glauben sie immer noch, dass die Juden ihn getötet haben. Und sie glauben immer noch, dass die Juden Kinder töten und deren Blut trinken.
Gibt es in Grossbritannien einen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und der Einstellung zum Brexit?
Nein, es gibt auch keinen Unterschied zwischen Tories und Labour. Es ist eine britische Denkweise, die alle Lager umfasst. Grossbritannien hat ein interessantes Klassensystem: Manche haben rotes Blut, manche haben blaues Blut, manche haben schwarzes Blut. Und da ist das Judenblut. England ist im Allgemeinen ein sehr interessantes Land. Ein wunderschönes Land mit wunderschönen Landschaften, feinster englischer Sprache und dieser einzigartigen und faszinierenden „englischen Ironie“, die Sie in weiten Teilen des Landes erleben werden. Es ist zweifellos ein wunderschöner Ort, und wenn Sie kein Jude sind, werden Sie Ihre Zeit dort geniessen. Wenn Sie Jude sind, passen Sie auf den Antisemitismus auf, der Sie überall einhüllt. Und genau wie bei Corona sehen Sie ihn möglicherweise nicht mit Ihren Augen, können ihn nicht mit Ihren Fingern anfassen oder mit Ihrer Nase riechen, aber er ist da. Setzen Sie eine Maske auf Ihr jüdisches Gesicht, während Sie dort sind, oder diese Krankheit des Antisemitismus wird Sie sofort töten.

Wie sind Ihrer Einschätzung nach die englischen Zeitungen in Bezug auf Israel verglichen mit denen in Deutschland?
Ich lese jeden Tag mehrere Zeitungen, weil das mein Beruf ist. Ich lese täglich die New York Times und sie steht Israel sehr, sehr kritisch gegenüber. Aber im Vergleich zum Guardian wirkt die New York Times wie eine ganz rechte israelische Zeitung. Der Guardian ist so anti-israelisch, dass es beängstigend ist. Das haben Sie auch in Deutschland. Neulich habe ich einen Artikel in einer deutschen Zeitung gelesen. Die Idee der Journalisten war, nach Jordanien zu reisen und König Abdullah II. über Corona zu interviewen. Aber sie fragten ihn immer wieder nach Israel und der West Bank. Und der König fragte die Journalisten: „Wollten wir nicht über Corona sprechen?“ Und sie sagten: „Ja, sicher – aber was denken Sie über Israel?“ Es ist eine Obsession deutscher Journalisten. Man sieht das bei vielen Anlässen. Gott sei Dank machen sie die Juden nicht für Corona verantwortlich, zumindest nicht in den Mainstream-Medien.

Ist der Antisemitismus in England etwas speziell Englisches?
Auch in anderen Ländern gibt es Antisemitismus, und man hat ihn auch hier in Deutschland. Ich habe ein Buch über Grossbritannien geschrieben, ich habe ein Buch über Deutschland geschrieben. Dies sind Länder, in denen ich einige Zeit mit Tausenden von Menschen gesprochen habe. Ich möchte keine Bewertung über, sagen wir: Frankreich abgeben und sagen: Dort ist das so und so. Das ist vielleicht das, was in den Zeitungen steht. Aber ich spreche kein Französisch. Selbst wenn ich nach Frankreich gehen und dort sechs Monate verbringen würde, würde ich nichts darüber Land wissen. Ich brauche Erfahrungen aus erster Hand, um zu wissen, was die Leute denken. Ich muss mit den Menschen reden, ohne einen Übersetzer zwischen uns, und dafür muss ich die Sprache verstehen. Deshalb würde ich niemals ein Buch „Allein unter Franzosen“ schreiben.

Ich habe den Eindruck, dass Antisemitismus ein europaweites Problem ist, aber ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen, ich kann nur über die Orte sprechen, an denen ich gewesen bin und deren Sprache und Kultur verstehe, und wo ich direkt mit den Menschen sprechen kann. Ich kann zum Beispiel nichts über Portugal sagen. Wenn ich von Grossbritannien spreche, kann ich Ihnen sagen, dass Grossbritannien definitiv antisemitisch ist. Es ist übrigens eine interessante Art von Antisemitismus. Es liegt keine Wut in ihrer Stimme, wenn sie von Juden sprechen, es ist nur so, dass sie sie hassen. Just so. Sie haben mich nicht gehasst, wohlgemerkt. Ich sagte ihnen, ich sei Deutscher, Österreicher, Palästinenser, Äthiopier – welche Nation gerade über meine Lippen kam, als ich sie traf. Sie liebten mich, sie vertrauten mir, sie erzählten mir von ihrem Hass auf den Juden. Es war faszinierend zu sehen und zu erleben, aber auch ziemlich traurig. Es wäre wunderbar sie zu sehen, wie sie dieses Buch lesen und plötzlich erkennen, dass ich Jude bin. Hey Leute, ich bin es, ein Jude.

Tuvia Tenenbom: Allein unter Briten – Eine Entdeckungsreise, Frankfurt a.M. 2020, 497 Seiten. Preise:

Über Stefan Frank

Stefan Frank ist freischaffender Publizist und lebt an der deutschen Nordseeküste. Er schreibt regelmässig über Antisemitismus und andere gesellschaftspolitische Themen, u.a. für die „Achse des Guten“, „Factum“, das Gatestone Institute, die „Jüdische Rundschau“ und „Lizas Welt“. Zwischen 2007 und 2012 veröffentlichte er drei Bücher über die Finanz- und Schuldenkrise, zuletzt «Kreditinferno. Ewige Schuldenkrise und monetäres Chaos.»

Quelle:https://www.audiatur-online.ch/2020/07/23/tuvia-tenenbom-hey-leute-ich-bin-es-ein-jude/?fbclid=IwAR0EtB2AaA1LQlAGEHd9_GpTtIWUTauILWACK68VUQ1YCT3O1a5lCPz31eo

CHAG MATAN THORA

CHAG MATAN THORA


In der Amida zu Schawuot heißt es:„In Liebe gabst du uns, Ewiger, unser G-tt, Festzeiten zur Freude, Feste und Zeiten zur Wonne, den Tag dieses Wochenfestes, Zeit unserer Gesetzgebung (in Liebe) heilige Versammlung, zum Andenken an den Auszug aus Ägypten.»
Diese Aussage ist verknüpft mit Schemot 19,1-6:„1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Israel aus dem Lande Ägypten, an diesem selbigen Tage kamen sie in die Wüste Sinai: 2 Sie brachen auf von Rephidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste; und Israel lagerte sich daselbst dem Berge gegenüber. 3 Und Mosche stieg hinauf zu G-tt; und der Ewige rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du zum Hause Jakob sprechen und den Kindern Israel kundtun: 4 Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan habe, wie Ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu Mir gebracht habe. 5 Und nun, wenn ihr fleißig auf Meine Stimme hören und Meinen Bund halten werdet, so sollt ihr Mein Eigentum sein aus allen Völkern; denn die ganze Erde ist Mein; 6 und ihr sollt Mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Kindern Israel reden sollst.»
Nachdem das Volk Israel zu Pessach aus Ägypten, dem Land der Knechtschaft in die physische Freiheit ausgezogen war, folgte eine 49-tägige, (das sind 7×7 Tage, also 7 Wochen) Zeit der Vorbereitung, eine Periode des Aufstiegs, die in die Übergabe der Thora mündete. So empfingen die Israeliten am 50. Tag in einem atemberaubenden Akt die Thora, den Ausdruck des Willens G-ttes, um durch Gesetz und Lehre in die spirituelle Freiheit zu gelangen. Dieses Ereignis wird in Schemot 19,16-19 so beschrieben:
„16 Und es geschah am dritten Tage, als es Morgen war, da waren Donner und Blitze und eine schwere Wolke auf dem Berge und ein sehr starker Schall des Widderhorns (Schofar); und das ganze Volk zitterte, das im Lager war. 17 Und Mosche führte das Volk aus dem Lager hinaus, G-tt entgegen; und sie stellten sich auf am Fuße des Berges. 18 Und der ganze Berg Sinai rauchte, darum, dass der Ewige auf ihn herabstieg im Feuer; und sein Rauch stieg auf, wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg bebte sehr. 19 Und der Schall des Widderhorns (Schofar) wurde fort und fort stärker; Mosche redete, und G-tt antwortete ihm mit einer Stimme 20 Und der Ewige stieg auf den Berg Sinai herab, auf den Gipfel des Berges; und der Ewige rief Mosche auf den Gipfel des Berges, und Mosche stieg hinauf.»
Bei diesem Ereignis war nicht nur das ganze Volk anwesend, sondern alle Seelen, die an diesem Bund teilhaben sollten. Diese Offenbarung G-ttes zu erleben, die Stimme, die die Weisung für alle Zeiten gab zu hören, war so überwältigend, dass das Volk nur in der Lage war, die ersten beiden Gebote direkt von G-tt zu hören. Sie fürchteten zu starben und baten Mosche alleine mit G-tt zu reden und ihnen dann zu berichten. So geschah es:
„Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes; und sie sprachen: Alles was der Ewige geredet hat, wollen wir tun und gehorchen» (Schmot 24,7).
Damit nahmen sie die Thora bedingungslos und freiwillig an und besiegelten damit ihre spirituelle Freiheit.
Der Midrasch betont, dass die Stimme G-ttes, die am Sinai erschallte auf der ganzen Welt zu hören war und damit dem Geschehen eine allumfassende Bedeutung verlieh.
„Als G-tt die Thora gab, zwitscherten keine Vögel, flog kein Geflügel, kein Ochse gab ein Laut von sich, Engel flogen nicht, Seraphim sagten nicht ‘Kadosch’, das Meer bewegte sich nicht, keine Kreatur sprach. Die Welt war still – und nur eine Stimme war zu hören: Ich bin der Ewige, euer G-tt»(Schemot Rabba 29).
Diese Stille umspannte die ganze Welt und der Midrasch erzählt, dass die Stimme aus der Stille um die ganze Welt kreiste und es nicht festzumachen war, woher sie eigentlich kam. Die Könige der Völker wurden von Ehrfurcht ergriffen und sangen Loblieder (Vgl.Schemot Rabba 5,9 und Bawli, Schewachim 116a).

https://www.laschoresch.org/feste/schawuot.html

UN stellt 112 Firmen an den Pranger – Einziges Ziel: Israel zu denunzieren

UN stellt 112 Firmen an den Pranger – Einziges Ziel: Israel zu denunzieren

Von Godel Rosenberg

Auf die Idee muss man anno 2020 – in einer Zeit der Globalisierung der Weltwirtschaft – erst einmal kommen: 112 international agierende Firmen auf eine schwarze Liste zu setzen, weil sie im Westjordanland ihren Geschäften nachgehen. Drei Jahre hat das UN-Menschenrechtsbüro OHCHR (im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats) nach eigenen Angaben daran gearbeitet, die „Blacklist“ zu erstellen. Tatsache ist aber, dass die geschäftlichen Aktivitäten nicht nur den 600 000 Israeli nutzen, sondern auch den über zwei Millionen Arabern, die zwischen Jerusalem und der Grenze zu Jordanien leben. Denn Strassen bauen Israeli, Strom und Trinkwasser kommen aus Israel und für Sicherheit sorgen in wachsendem Masse die „Israel Defence Forces“.

Am Pranger stehen 94 israelische und 18 Firmen aus den USA, Grossbritannien, Frankreich, Holland und Luxemburg. Die Konstrukteure des Prangers haben die israelische Firma WATERGEN vergessen, die in diesen Tagen ein Projekt in Gaza gestartet hat, das mit Hilfe der in Tel Aviv entwickelten AWG-Technologie Wasser aus der Luft holt  – 5 000 Liter pro Tag und Einheit. Vorerst nur für den Gaza-Stadtteil Abasan al-Kabira, weil dort die palästinensische Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) Damour ein konstruktiver Partner ist. Wenn die Kooperation zwischen Gaza und Israel ausgeweitet werden kann, beendet Israel innerhalb kürzester Zeit den lebensbedrohenden Trinkwassermangel für zwei Millionen Menschen.

Innovation durch Kooperation

Das OHCHR hat auch die 23’000 Firmen vergessen, die am 13. Februar Gäste des High-Tech-Investment-Marktes „Ourcrowd“ in Jerusalem waren – 4 000 davon anwesend, der Rest gestreamt verbunden über das Internet. Sie kommen aus 183 Ländern, weil Israels medizinische Technologien wie Sight Diagnostics Blut in wenigen Minuten zuverlässig testen und dadurch Menschenleben retten kann. Aus Botswana (Afrika) reist das „Investment und Trade Center“ an, weil es von israelischen Start-ups wie CROPX lernen will wie der Wasserbedarf von Feldern berechnet wird, die in regenarmen Ländern liegen. Arizona (USA) sucht Cyber-Security-Partner in Israel, die den Datenfluss im Internet sicherer machen. Und die Cyber-Analystin Keren Elazari sagt ihnen wie es geht: Innovation durch Kooperation. Genau das Gegenteil betreibt das OHCHR. Die Unterorganisation der Vereinten Nationen befeuert den Spaltpilz im Nahen Osten durch eine rücksichtslose Politik der Denunzierung.

Sie wollen nicht wahrhaben, dass im letzten Jahrzehnt 111 Milliarden US-Dollar aus 1 210 Exits (Übernahmen und Börsengänge) in israelische Firmenkassen geflossen sind (Quelle: IVC Research Center & Meitar Liquornik Geva Leshem Tal). Allein 2019 strömten bei 138 Exits 21,7 Milliarden US-Dollar in die besten der 8000 Algorithmen-Schmieden nach Israel, darunter 530 multinationale Forschungslabore. Und der Trend hält an.

OHCHR – das sogenannte Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte – macht sich mit der Agitation gegen Israel zum Komplizen von BDS (Boykott, Deinvestment und Sanktionen). Diese ist 2005 – gegründet von Palästinensern – angetreten Israels Wirtschaft zu zerstören. Damals betrug das Bruttosozialprodukt (GDP) des Judenstaates 170 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2020 geht die Summe der Waren- und Dienstleistungen Israels stetig und ungebrochen auf 400 Milliarden US-Dollar zu. Es sollte sich langsam herumgesprochen haben: ohne die Ordnungsmacht Israel geht im Westjordanland nichts, mit Israel fast alles.

https://www.audiatur-online.ch/2020/02/13/un-stellt-112-firmen

Kehre einen Tag vor deinem Tod um

„Kehre einen Tag vor deinem Tod um“

Von: Elisabeth Hausen

Vergebung ist das Zentrum des Versöhnungstages Jom Kippur.

In Israel indes steht an diesem Tag des öffentliche Leben still.

„Der Jom Kippur vergibt Sünden zwischen Gott und Mensch. Sünden zwischen Mensch und Mensch sühnt der Jom Kippur nicht, solange der Mitmensch nicht um Verzeihung gebeten wurde.“ So heißt es in der Textsammlung, die dem Talmud zugrunde liegt, der Mischna (Joma 8,9). Deshalb sprechen Juden in den Wochen vor dem Großen Versöhnungstag nicht nur die Bußgebete (Slichot), in denen sie Gott um Vergebung für ihre Sünden bitten. Sie bemühen sich in diesen Tagen auch besonders darum, Mitmenschen um Verzeihung zu bitten.

In einem Aufsatz von 1929 stellte der Essener Rabbi Salomon Samuel einen Zusammenhang zwischen Jom Kippur und dem Vaterunser her. Unter der Überschrift „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ verwies er auf das Zitat aus der Mischna. Daneben stellte er Jesu Erläuterung aus Matthäus 6,14–15: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.“ Der Rabbi merkte dazu an: „Merkwürdig! Das erste Gebet des altneuen Glaubens ein Jom-Kippur-Gebet?“

Zur Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ schrieb Samuel: „Wie tief war diese Bitte jedem Kinde unserer Gemeinschaft eingeprägt, da sie zum täglichen Morgengebet gehörte. Und wie eng ist sie verknüpft mit dem Bewusstsein unserer menschlichen Schwäche, unserer Neigung zur Sünde, unserem täglichen und oft vergeblichen Kampfe gegen den unser Herz bedrohenden, bösen Trieb.“ Den Aufsatz dokumentiert das Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut an der Universität Duisburg-Essen in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift „Kalonymos“.

Mit dem jüdischen Neujahr, Rosch HaSchanah, beginnen die zehn „Tage der Ehrfurcht“. Sie betonen Gottes Rolle als Richter. Am Großen Versöhnungstag Jom Kippur endet diese Zeit und erreicht gleichzeitig ihren Höhepunkt. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang fasten Juden und verbringen viel Zeit in der Synagoge, wo sie ihre Bitten um Vergebung vor Gott bringen. In diesem Jahr beginnt der Versöhnungstag am Abend des 8. Oktober.

Buch Jona: Ninive erlebte Gottes Gnade

Jom Kippur gilt als der Schabbat schlechthin. In der Synagoge wird das Buch Jona gelesen. Der biblische Prophet widersetzte sich Gottes Auftrag, den Menschen in Ninive eine Bußpredigt zu halten. Stattdessen bestieg er ein Schiff, das ihn möglichst weit in die westliche Gegenrichtung bringen sollte – nach Tarsis in Spanien. Doch Gott brachte ihn zur Umkehr, er predigte den Menschen in Ninive das Gericht, und sie ließen von ihren bösen Wegen ab. Die Stadt im heutigen Irak wurde nicht zerstört, weil Gott mit Gnade auf die Bußbereitschaft der Bewohner reagierte.

Drei Wörter gibt es im Hebräischen für Vergebung: „slicha“, „mechila“ und „kappara“. Im täglichen Leben ist in Israel oft „slicha“ zu hören, wenn jemand etwa um Verzeihung bittet für ein versehentliches Anrempeln im Gedränge. Das Wort „mechila“ kann neben der Vergebung auch das Graben eines Tunnels bedeuten, wenn beispielsweise Häftlinge auf solche Weise aus einem Gefängnis entfliehen. Übertragen heißt das: Wer einem Menschen vergibt, dass dieser ihn verletzt hat, ist von der damit verbundenen Last befreit. Der Ausdruck „kappara“ wiederum ist mit „kippur“ verwandt. Die Betonung liegt hier auf der Reinigung. Durch die Vergebung ist es so, als wäre die Tat nie geschehen. Das macht Versöhnung möglich.

Manche Juden schlachten angesichts des Jom Kippur einen Hahn. Dieser geht quasi stellvertretend für den Menschen in den Tod. Die Zeremonie trägt den Namen „Kapparot“.

Die meiste Zeit des Tages verbringen Juden im Gebet. Jom Kippur ist der einzige Tag, an dem sie fünf vorgeschriebene Gebete sprechen. Ohnehin üblich sind das Abendgebet (Aravit oder Ma’ariv), das Morgengebet (Schacharit) und das Nachmittagsgebet (Mincha). Wie auch an anderen Festtagen gibt es spezielle Zusatzgebete, die unter dem Begriff „Mussaf“ zusammengefasst werden. Einzigartig ist das Ne’ila-Gebet, das nach Mincha gesprochen wird. Es verdeutlicht unter anderem, dass der Mensch sich für ein Leben nach Gottes Geboten entscheiden kann.

Bibel gebietet eintägiges Fasten

In 3. Mose 23,26–32 heißt es: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und fasten und dem HERRN Feueropfer darbringen und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage, denn es ist der Versöhnungstag, euch zu entsühnen vor dem HERRN, eurem Gott. Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden. Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk. Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt. Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.“

Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 nach der Zeitrechnung betrat der Hohepriester am Jom Kippur das Allerheiligste. Er opferte einen Ziegenbock und schickte einen zweiten in die Wüste, nachdem er ihn symbolisch mit den Sünden des Volkes Israel beladen hatte. Nach dem Verlust des Heiligtums in Jerusalem ersetzten jüdische Gelehrte das Opfer durch Gebete. Viermal wirft sich ein Jude am Versöhnungstag zu Boden, sonst wird im Stehen gebetet.

Wie in der Bibel geboten, steht das öffentliche Leben in Israel an diesem Tag still. Deutlich mehr noch als an einem gewöhnlichen Schabbat verzichten Juden auf das Autofahren, außer in Notfällen. Die freien Straßen bevölkern Kinder mit Fahrrädern, Skateboards und Rollschuhen. Säkulare Onlinezeitungen teilen mit, sie würden ihre Berichterstattung nach dem Ende des Fastens wiederaufnehmen. Selbst viele Juden, die sich als weltlich einstufen, gehen am Jom Kippur in die Synagoge und fasten.

Viele Juden tragen an dem Fasttag weiße Kleider. Das erinnert auch an den Tod, der jederzeit eintreffen kann. Im Babylonischen Talmud (Schabbat 153a) ist folgende Episode überliefert: „Rabbi Elieser sagte: Kehre um, einen einzigen Tag vor deinem Tod! Die Schüler fragten R. Elieser: Weiß denn der Mensch den Tag, an dem er sterben wird? Er antwortete ihnen: Darum kehre er heute um, denn vielleicht muss er morgen sterben; also wird er all sein Tage in Umkehr leben!“ Dies machen sich Juden besonders am Jom Kippur bewusst. Die einheitliche Kleidung soll zudem die Einheit des Volkes betonen.

Historie: Jom-Kippur-Krieg überraschte fastende Juden

Vor 46 Jahren, am 6. Oktober 1973, griffen arabische Truppen während des hohen Feiertages Israel an. Trotz der Überraschung konnten die Israelis den Krieg am Ende für sich entscheiden. Er ging als Jom-Kippur-Krieg in die Geschichte ein, Araber nennen ihn „Oktoberkrieg“. Um Anschläge zu verhindern, hat Israel auch in diesem Jahr vor dem Versöhnungstag um Mitternacht die Palästinensergebiete abgeriegelt.

https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2019/10/08/

Jüdisches Lexikon — JESUS von NAZARET

Jüdisches Lexikon

JESUS von NAZARET

(Außensicht)

genannt CHRISTUS (griechisch Übersetzung von «Messias» = «der Gesalbte»), von der Christenheit als Stifter ihrer Religion und als göttlicher Heiland verehrt. Jesus ist die griechische Form des Namens Jeschua einer Nebenform von Jehoschua. Jesus war in Nazaret, einem Städtchen in Galiläa, als Sohn eines Zimmermanns Josef und der Maria (Mirjam) geb. Das Geburtsjahr ist un­sicher, wahrscheinlich aber fünf bis sieben Jahre vor den Beginn der christlichen Zeitrechnung zu setzen; nach Mk. 6, 3 war auch Jesus Zimmer­mann. Über seine Jugend, überhaupt über sein Leben vor seinem öffentlichen Auftreten, ist nichts geschichtlich Zuverlässiges bekannt. Seine Bildung war ausschließlich jüdische, wie er auch lediglich in den Vorstellungskreisen seines Volkes ge­lebt hat; eigentliche Schriftgelehrsamkeit, die damals in Galiläa weniger heimisch war, scheint Jesus nicht besessen zu haben. Dagegen hatte er sich mit lebendigem religiösem Empfinden und reinem Herzen in die heilige Überlieferung seines Volkes versenkt und im Hinblick auf den Druck unter dem römischen Joch, das besonders auf den unteren Schichten lastete, die Weissagungen der Prophe­ten über die messianische Endzeit mit warmem Gefühl in sich aufgenommen. Wie viele andere damals glaubte auch er, dass die messianische Heilszeit mit ihrem Offenbarwerden des Gottes­reiches auf Erden nahe bevorstehe, und gleich seinem Vorläufer, Johannes dem Täufer, der ihn im Jordan getauft hatte, verkündete auch er das Evangelium (gute Botschaft, frohe Botschaft; vgl. Jes. 52, 7 und II. Sam. 18, 27): «Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe». Ihn dauerten die breiten Massen des Volkes, sie vor allem wollte er durch die Predigt von der Buße sittlich heben und des messiani­schen Reiches würdig machen. Dem Vorwurf, dass er mit Sündern und Zöllnern umgehe, begegnete er zartsinnig mit den Worten: «Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken» (Mat. 9, 12). Bei seiner Bußverkün­digung dachte er jedoch nur an sein eigenes Volk. Seinen Aposteln, die er berufen hatte, damit sie ihn in seinem Werk unterstützten, trug er ausdrücklich auf: «Ziehet auf keiner Heidenstraße und betretet keine Samaritaner­stadt, gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel» (Mat. 10, 5. 6).

Darin teilte er den Partikularismus gewisser Kreise des Volkes, die, bei dem harten Geschick der Nation und dem Triumph der Heiden, an dem Universalismus der alten Propheten nicht hatten festhalten können. Doch finden sich bei J. leise Ansätze zur Überwindung dieses Partikularismus (vgl. Mat. 15, 21‑28). Ganz im Sinne der heiligen Schriften und religiösen Überlieferung seines Volkes (vgl. Hillel, Akiba, Ben Asaj) empfand er die Gottes‑ und Menschenliebe als den Inbegriff der jüdischen Religion (Mat. 22, 34‑40; Mk. 12, 28‑34), an der er nichts ändern wollte (Mat. 5, 17‑19). Sah er auch in dem innerlich religiösen und im sittlichen Moment die eigent­liche Tendenz des jüdischen Gesetzes, so verwarf er doch den Opferkultus (Mat. 8, 1‑4) und das Gesetz Überhaupt keineswegs (Mat. 5, 17‑19), wie denn auch seine persönlichen jüdischen Anhänger und deren Nachkommen unverbrüchlich am jüdischen Ge­setz festgehalten haben. Wenn die Überlieferung hier zuverlässig ist, scheint J. eine allzu rigorose Auffassung des Gesetzes, die mit den Forderungen und zumal den sittlichen Forderungen des Lebens nicht im Einklang steht, abgelehnt zu haben (Mat. 12, 1‑14). Doch würde es sich hier nur immer um die Auffassung des Gesetzes, nicht um dieses selbst handeln. Dagegen betont Jesus das sittliche Gebot und steigert es manchmal über den Buchstaben des Gesetzes hinaus bis zu sei­ner, wie er meint, letzten wahren Tendenz. Dabei fehlt es, wie in ge­wissen Teilen der Bergpredigt, nicht an Über­steigerungen. Diese erklären sich aus dem hohen Ernst angesichts des mit der Nähe des Himmel­reiches bevorstehenden Gerichts und aus der Überzeugung, dass, je mehr jemand um des Himmelreiches willen dulde, er des letzteren und seiner höchsten Heilsgüter nur desto würdiger werde (Mat. 5, 10‑12).

Jesus fordert eine klare und volle Entscheidung für das Himmelreich; niemand könne Gott und dem Mammon zu­gleich dienen (Mat. 6, 19‑24). Von einem reichen Jüngling verlangt er, dass er, um voll­kommen zu sein und einen ganzen Schatz im Himmel zu haben, all seinen Besitz den Armen gebe und ihm folge (Mat. 19,16‑26). Jesus be­vorzugt die Armut; die Reichen würden schwerlich ins Himmelreich kommen. Er bevorzugt auch die Ehelosigkeit, lehrt die Scheu vor dem Eide und lebt mit seinen Anhängern in enger Gemeinschaft. Dies, seine Heilkuren, sein Ver­hältnis zu Johannes dem Täufer und anderes führt auf Einflüsse des Essäertums, wenn er sich auch nur dessen wesentliche Züge angeeignet hat. Übrigens hat Jesus nirgends das Gefühl, mit der Religion seines Volkes nicht im Einklang zu sein, wenn auch ihm, wie vielen Gleichgesinnten, eine rein äußerliche Auffassung des Gesetzes, wie man sie in manchen Kreisen antraf, widerstrebt hat. Die «Wehe», die Jesus über die Schriftgelehrten und Pharisäer aus­ gerufen haben soll (Mat. 23), sind schwerlich authentisch; das Bild ist arg verzeichnet und entspricht dem Wesen jener bloß äußerlich Frommen, jener Heuchler und Frömmler, die von den wahren Vertretern pharisäischen Geistes sehr verschieden sind und von diesen selbst als unwürdig und verächtlich angesehen werden.

Die religiöse Vorstellungswelt Jesu war ganz und gar jüdisch, u. zw. jüdisch gemäß den Anschauungen seiner Zeit. Dies gilt auch hin­sichtlich seiner Vorstellung von Dämonen, die sich unter Einflüssen von außen, vor allem in den unteren Schichten des jüdischen Volkes, und hier wieder besonders in Galiläa ausgebreitet hatte. So treibt denn Jesus auch Dämonen aus, d. h. er heilt auf nervösen Störungen beruhende Krankheiten (vgl. Medizin in Bibel und Talmud). Solche Heilungen erschienen den Anschauungen der Zeit gemäß als Wunder, und die Legende lässt Jesus noch viele andere und weit größere Wunder verrichten, die zum großen Teil den Erzählungen über die Propheten Elia und Elisa nach­gebildet sind. Die Austreibung der Dämonen und die Heilung von Krankheiten sah man als Anzeichen für das Nahen der messianischen Heilszeit an, in der mit der restlosen Aufrichtung des Reiches Gottes alle Übel der jetzt der Herr­schaft der Dämonen verfallenen Welt geschwun­den sein werden (Luk. 7, 18‑23; vgl. Maf. 9, 37‑10,8).

Auch seine Lehrweise war jüdisch und bewegte sich in den damals und z. T. noch heute üblichen Formen. Er prägte Sprüche, die in der überlieferten Form vielfach zu einem größeren Ganzen verbunden erscheinen. Viele der ihm zugeschriebenen Aussprüche stellen aller­dings nicht nur dem Inhalt, sondern auch der Form nach allgemeines religiös‑jüdisches Kulturgut dar (S. Bergpredigt und Vaterunser). Daneben wandte er ausgiebig das in Israel von alters her gepflegte, damals und in talmudisch‑midraschi­scher Zeit besonders und bei den Ostjuden noch bis heute sehr beliebte Gleichnis an. Das Reich Gottes, das er verkündete, war im Einklang mit der jüdischen Anschauung nicht nur ein äußeres, das von Druck, Not und Elend befreien und Israel erhöhen, sondern auch ein inneres, das die moralische Herrschaft Gottes über die Welt begründen sollte. Dem Vater im Himmel gehörte jede Regung seines Herzens und sein ganzes Wirken. Wenn Jesus sich selbst bereits in besonderem Sinne Gottes Sohn genannt haben sollte, so mochte sich darin schon sein messianisches Bewusstsein ausdrücken (vgl. Ps. 2, 7 und 89, 27‑30, außerdem Henoch 105, 2, dessen Echtheit allerdings bestritten ist), das für seine spätere Zeit gewiss ist. Seine Jünger, der Tradition nach Petrus, haben ihn in dem in ihm auf­dämmernden Glauben an seine Messianität be­stärkt (Luk. 7, 18‑23; Mat. 11, 2‑6 und 16, 13‑20). Mit diesem Glauben ging er seinem tragischen Lebensschicksal entgegen, als er den Schauplatz seiner Tätigkeit nach Jerusalem verlegte. In Galiläa war er noch einigermaßen un­behelligt geblieben, zumal die Zahl seiner An­hänger nur gering war und sein Auftreten dort nicht allzu sehr auffiel. In Jerusalem dagegen musste man auf ihn aufmerksam werden, dort musste sich sein trauriges Geschick erfüllen. Was von seinem Einzug in Jerusalem, seinem Auftreten dort, seiner Gefangennahme und Kreu­zigung berichtet wird, ist nicht nur legendär und widerspruchsvoll, sondern es offenbart auch eine unverkennbar feindselig gegen das jüdische Volk gerichtete Tendenz, in der sich das Verhältnis des späteren, bereits in die Heidenwelt erfolgreich hinausgetretenen Christentums zum Judentum widerspiegelt. Außerchristliche geschichtliche Zeugnisse über Jesus fehlen gänzlich. Der ganze Vorgang fand tatsächlich überhaupt wenig Be­achtung. Der jüdische Geschichtssehreiber Flavius Josephus und Philo, der große Zeitgenosse Jesu, wissen nichts von ihm zu melden, selbst Josephus nicht, der sonst auch über geringfügige Ereignisse der Zeit berichtet. (Die Stelle in Josephus Ant. XVIII, 3, 3 ist offensichtlich und zugestandenermaßen eine spätere Fälschung (vgl. die Novelle von Anatole France: Der Statt­halter von Judäa).

Die Erzählungen über das Leben Jesu, die sich zerstreut im Talmud und zusammenhängend im «Toldot Jeschu» fin­den, haben, wie die aus heidnischen und christlich‑ketzerischen Kreisen, keine historische, son­dern nur polemische Bedeutung. Nach dem Bericht der Evangelien scheint es, dass Jesus von dem jüdischen Gericht, weil er der Sohn Gottes zu sein behauptete, als Gotteslästerer nach dem jüdischen Ge­setz für des Todes schuldig befunden worden sei. Für die Römer, in deren Hand allein die Bestätigung und Vollstreckung des Todesurteils lag, war Jesus als angeblicher Messias und König der Jesus ein Staatsverbrecher und wurde als solcher ans Kreuz geschlagen, aus den gleichen Gründen also, aus denen Johannes der Täufer von dem römischen Vasallenfürsten Herodes hingerichtet, oder der Prophet Mani (3. Jhdt. n.), dessen Bot­schaft an die Lehre Jesu, anknüpfte, von der Obrigkeit gekreuzigt worden ist. Der römische Landpfleger Pontius Pilatus, unter dem dies geschah, ist geschichtlich als grausam, rück­sichtslos und unbeugsam bekannt; seine «Räu­bereien und Metzeleien» und seine «unzähligen gesetzwidrigen Hinrichtungen» werden von einem zeitgenössischen Geschichtsschreiber ge­schildert. Er hat einige Jahre nach Jesu Kreu­zigung auch einen Propheten samt seinen An­hängern in Samaria hinrichten lassen, wurde deshalb abberufen und in Rom wegen Missbrauchs der Amtsgewalt unter Anklage gestellt. Damit ist völlig unvereinbar, dass er sich, wie die Evangelien es darstellen, schützend vor Jesus gestellt habe, der der Messias der Juden sein wollte.

Über das Kreuz sollen die Römer die Inschrift gesetzt haben: J. N. R. J. ( = Jesus Nazarenus Rex Judaeorum). Er wurde dem­nach als «König», nicht als «Gotteslästerer“ verurteilt. Die zwei ältesten Evangelien (Mark. 15, 26; Matth. 27, 37) bezeichnen die Pilatus­inschrift am Kreuz (bei den zahlreichen Kreuzi­gungen im Römischen Reich wurde in der Regel ein Extrakt des Todesurteils, decretum quo damnatus erat, eine Art Urteilsbegründung, am Kreuz angeschlagen) noch richtig als die In­schrift, die Jesu, «Schuld» angab. Wäh­rend Tacitus (Annales XV, 44) noch angibt, dass Jesus «per» (durch) Pontius Pilatus hinge­richtet worden sei, heißt es später in dem sym­bolischen Glaubensbekenntnis (Symbolum apo­stolicum), nachdem sich das Christentum im Römischen Reich ausgebreitet hatte und man es als anstößig empfand, dass die Römer Jesus ge­kreuzigt hatten, dass Jesus «sub» (unter) P. P. ge­kreuzigt worden sei (vgl. auch Art. J. N. R. J. Außer «Christus» (Messias) und» Sohn Gottes» wird J. in den Evangelien auch «Sohn Davids» ge­nannt, weil er als Messias ein Abkömmling Davids sein musste. In Mat. 1, 1‑7 und Luk. 3, 23‑38 werden zwei allerdings sehr verschiedene Stammbäume, die die davidische Abstammung Jesu er­weisen sollen, angeführt; ihre Künstlichkeit er­weist Mat. 1, 17.

Die Bezeichnung «Sohn des Menschen» geht auf Dan. 7, 13 zurück, woselbst darunter zwar, wie in Ps. 2, 7 und 12 unter dem «Sohne Gottes», das Volk Israel zu verstehen ist; aber auch diese Bezeichnung wurde auf den Messias bezogen. Von mancher Seite wird die Geschichtlichkeit der Person Jesu, be­stritten. In der Tat bereitet der Umstand, dass Jesus von keinem zeitgenössischen, profanen Schrift­steller bezeugt ist, und andererseits die durch und durch legendäre, widerspruchsvolle, von Unwahrscheinlichkeiten, Rätselhaftigkeiten und mythischen Elementen erfüllte Darstellung der Evangelien für eine Lebensbeschreibung, ja selbst nur für ein mit einiger Sicherheit zu zeich­nendes Charakterbild Jesu kaum überwindliche Schwierigkeiten. Nach Kalthoff ist Jesus Christus kein historisches Individuum, sondern die per­sonifizierte Idee, das transzendente Prinzip der Kirche, nach Drews und Lublinski ein ur­sprünglicher, später historisierter Mysteriengott. Indessen will es auf die  sein Wege nicht gelingen, die Entstehung und die Anfänge des Christen­tums in befriedigender Weise zu erklären und zur Darstellung zu bringen, auch wenn, wie dies bei Lublinski der Fall ist, endlos Hypothesen auf Hypothesen gehäuft werden. Als richtiger will es, angesichts der äußerst schwierigen Situa­tion, noch immer erscheinen, die Geschichtlich­keit eines sich schließlich für den Messias halten, den Jesus anzunehmen, und, gestützt auf eine besonnene Evangelienkritik, den Versuch zu machen, ein Bild von ihm zu zeichnen. Wenn man aber nicht von dem Prediger des messiani­schen Reiches Jesu ausgeht, sondern unter­nimmt, ihn zwar als einen Menschen, aber als eine alles Menschliche überragende, das Gött­liche in höchster Vollkommenheit in sich darstellende Persönlichkeit zu zeichnen, so muss dieser Versuch, von anderem abgesehen, nicht nur an der psychologischen Unwahrscheinlichkeit, son­dern von vornherein an den höchst unsicheren Grundlagen scheitern.

Einige antisemitische Schriftsteller und Ge­lehrte haben die These aufgestellt, dass Jesus kein Jude, sondern ein Arier gewesen sei, so Theod. Fritsch, Friedr. Delitzsch u.a. Von der ernsten wissenschaftlichen Forschung ist diese These abgelehnt worden.

http://www.juedisches-recht.de/lex_jesus_nazareth.php

Die vier Mitzwot von Purim

Die vier Mitzwot von Purim

Baruch ben Mordechai HaKohen

„20 Und Mordechai schrieb diese Begebenheiten auf. Und er sandte Briefe an alle Juden, in allen Landschaften des Königs Achaschwerosch, die nahen und die fernen, 21 um ihnen festzusetzen, dass sie den vierzehnten Tag des Monats Adar und den fünfzehnten Tag desselben Jahr für Jahr feiern sollten, 22 als die Tage, an welchen die Juden Ruhe erlangt hatten vor ihren Feinden, und als den Monat, wo sich ihnen Kummer in Freude, und Trauer in einen Festtag verwandelt hatte — dass sie dieselben feiern sollten als Tage des Gastmahls und der Freude, wo man einander Speisegaben sendet und Geschenke an die Armen gibt. 23 Und die Juden nahmen als Brauch an, was sie zu tun angefangen, und was Mordechai ihnen geschrieben hatte … 27 setzten die Juden fest und nahmen auf sich und auf ihre Nachkommen und auf alle, die sich ihnen anschlossen, als eine ewige Satzung, diese beiden Tage zu feiern, nach dem, was darüber geschrieben worden war, und nach ihrer bestimmten Zeit, Jahr für Jahr.“

Esther 9:20-32

Die obige Stelle ist die Quelle für die vier Mitzwot, die unsere Weisen zur Auszeichnung des Purimfestes festgelegt haben (bMegila):

1. קריאת מגילת אסתר Das Lesen der Rolle Esther

2. משלוח מנות Speisegeschenke an Freunde

3. מתנות לאביונים Gaben an Bedürftige

4. סעודה „Esst, trinkt und seid fröhlich“

Zur Lesung der Esther Rolle sind alle Kinder Israel, groß und klein, Männer und Frauen berufen und zwar am Abend (dieses Jahr am 13. März) und am kommenden Tag des Festes (14. März). In Jeruschalajim feiert man Purim einen Tag später, das ist der Schuschan Purim. Während der Lesung ist es Brauch, bei der Nennung des Namens Haman laut zu werden, ein Spaß für die Kinder. Damit wird der Wille G-ttes erfüllt, den Namen Amaleks aus dem Gedächtnis zu tilgen (Schemot 17,14).

Es ist Brauch, seinen Freunden mindestens zwei zubereitete Leckerein durch einen dritten Freund zu senden. Dies ist der Ausdruck der Einheit und der Verbundenheit, die zwei wichtigsten Voraussetzungen für die Erlösung. Als die Juden im gemeinsamen Fasten (Fasten Esthers am 13. Adar) zu dieser Einheit gefunden hatten, sah und erkannte der Ewige, g.s.E., den Ernst ihrer Bußfertigkeit und erhörte das Flehen der zum Tode verurteilten Nachkommen Jakows.

Das Beschenken der Bedürftigen bezeugt die von G-tt gewollte Einheit des Volkes. Unser Ziel ist es, auf die Einheit des gesamten Volkes Israel hin zu wirken, das Fundament dazu wurde zu Purim gelegt. Die Frucht der Einheit ist ewige Freude, die jedoch damals, 450 Jahre vor der gegenwärtigen Zeitrechnung, nicht vollkommen geworden war.

Das gemeinsame Freudenmahl weist auf die künftige Erlösung hin. Wir sollen am Nachmittag mit dem Festschmaus beginnen undbis zum Abend dauern, weil gerade der Nachmittag durch die Herrschaft der g-ttlichen Gerechtigkeit geprägt wird. Unsere Freude bezeugt die Zuversicht der Rechtfertigung durch unseren Himmlischen Vater, wie es heißt (Jeschajahu 60,21): „Und Dein Volk, sie alle sind Gerechte, werden das Land besitzen auf ewig, sie, ein Spross Meiner Pflanzungen, ein Werk meiner Hände, zu Meiner Verherrlichung“.

https://www.laschoresch.org/feste/purim/die-vier-mitzwot-von-purim.html

Kurzinformation Religion: Messianische Juden

Kurzinformation Religion: Messianische Juden

„Messianische Juden“

Begriff

Bei den sogenannten „messianischen Juden“ handelt es sich um eine junge und auch zeitgenössische Bewegung, die sich mit den Judenchristen der Antike identifiziert. Eine Kontinuität zu den zahlreichen historischen Gruppierungen jener Zeit (Ebioniten, Symmachianer, Nassaräer etc.) besteht jedoch nicht. Ein nennenswerter Teil der „messianischen Juden“ ist aufgrund des jüdischen Religionsgesetzes (Halacha) Jüdin bzw. Jude und glaubt, dass Jesus von Nazareth der (göttliche) Messias ist.[1] Entsprechend ihrem Selbstverständnis verstehen sich messianische Juden als Teil des Judentums, teilen aber signifikant christliche Glaubensinhalte.[2]

Im Dictionary of Jewish-Christian Relations fasst E. Kessler das „Messianische Judentum“ als eine Größe zusammen:

Messianic Judaism consists of Jews (individuals with Jewish ancestry) and Gentiles who believe that accepting Yeshua (Jesus) into their lives they can live a fulfilled Jewish life.[3]

Das Messiasbekenntnis „messianischer Juden“ führt in Kirche und Synagoge zu systematisch-theologischen Herausforderungen. Dort wird religiöse Zugehörigkeit als eindeutig und ausschließlich gedacht. „Messianische Juden“ sind aber nicht klar den Juden oder den Christen zuzurechnen. Synkretistische Zuschreibungen gegenüber den „messianischen Juden“ sind folglich von jüdischer und christlicher Seite zu beobachten, daher überrascht es nicht, dass sie sich von Juden und Christen zurückgewiesen und missverstanden fühlen.

Juden, die Jesus in unserer Zeit als ihren Messias bekennen, stehen damit außerhalb von bekannten Religionsgrenzen und -definitionen. Mehrheitlich konvertieren sie nicht zu einer etablierten christlichen Kirche. Die traditionelle Sicht des Judentums wie des Christentums, dass die Taufe einen Religionswechsel markiert, deuten messianische Juden neu: entsprechend ihrem Selbstverständnis bleiben sie Juden – „messianische Juden“, die ihr Volk nicht verlassen haben, jüdische Traditionen weiterleben und somit ihre jüdische Identität zu bewahren versuchen.

„Messianisch-jüdische Gemeinden“ sind größtenteils judenmissionarisch tätig. Ein „postmissionarisches messianisches Judentum“,[4] wie es von M. Kinzer vertreten wird, bildet die Ausnahme. Deswegen sind sie nicht in den offiziellen jüdisch-christlichen Dialog involviert. Die etablierten Kirchen lehnen Judenmission aus historischen und theologischen Gründen ab.[5] Sie stellt eine Bedrohung für den nach der Shoa aufgebauten Respekt zwischen Juden und Christen dar und ist häufig Ausdruck einer antijüdischen Theologie; nicht selten findet man in evangelikal geprägten Gemeinden ein Überlegenheitsgefühl gegenüber dem heutigen Judentum, indem das „Messianische Judentum“ als einzig „wahres“ verstanden wird.[6]

Geschichte

Immer wieder gab es Juden, die (un‑)freiwillig zum Christentum konvertierten und Mitglied einer christlichen Kirche wurden. In stärkerer Abgrenzung zu kirchlichen Traditionen und Strukturen gründeten „messianische Juden“ unabhängig Gemeinden, die ihren eigenen religiösen Bedürfnissen entsprachen.[7]

Die historischen Wurzeln der „messianischen Juden“ im Staat Israel liegen in der organisierten Judenmission protestantischer Missionsgesellschaften des 19. Jahrhunderts. Diese Missionsgesellschaften und auch der heutige Evangelikalismus gehen wiederum auf die Erweckungsbewegung der englischen Puritaner und der deutschen Pietisten zurück, die bereits innerhalb des Protestantismus des 17./18.  Jahrhunderts, Juden missionierten. Die Missionsgesellschaften, allen voran die London Society for Promoting Christianity Amongst the Jews, (gegründet 1809), schickten einzelne ausgebildete Judenmissionare nach Palästina um „ganz Israel“ zu bekehren. Viele an Jesus gläubig gewordene Juden traten in eine protestantische Kirche ein.[8]

Die Bezeichnung „Hebräische Christen“ (engl. Hebrew Christians) geht auf das 19. Jahrhundert zurück, wo sogenannte „hebräisch-christliche Allianzen“ von den Erweckungsbewegungen bzw. den Missionsgesellschaften gegründet wurden, damit jesusgläubige Juden erstmals unter Gleichgesinnten bleiben konnten. Viele missionierte Juden traten in eine Kirche ein und zusehens verloren sie in den Kirchengemeinden ihre jüdische Identität. Die Allianzen bestärkten die hebräischen Christen zur Beibehaltung ihres jüdischen Erbes und zur Mission gegenüber Juden und Nicht-Juden, auch wenn sie bereits einer protestantischen Kirche angehörig waren. Die größten Allianzen wurden im 19./20. Jahrhundert gegründet: Hebrew Christian Union 1865 in London, American Board of Missions to the Jews 1892 in den USA, Hebrew Christian Alliance of America 1915 ebenso in den USA. 1975 benannte sich die Hebrew Christian Alliance um in Messianic Jewish Alliance of America. Aus der Messianic Jewish Alliance of America bildete sich 1984 die erste International Alliance of Messianic Congregations and Synagogues heraus.[9]

Noch bis in die 1960er Jahre war es weltweit üblich die Terminologie „Judenchrist“ (engl. Jewish Christian) von und für jesusgläubige Juden zu verwenden. Im deutschen Sprachraum ist auch noch der für antike Gruppen geprägte Begriff „Judenchrist“ anzutreffen, obwohl spätestens (terminus ad quem) seit den 1990er Jahren die Selbstbezeichnung „messianischer Jude“ üblich ist.[10]

Der Begriff selbst; „Messianische Juden“ taucht das erste Mal Ende des 19. Jahrhunderts bei dem Ungarn Josef Rabinowitz (1837 – 1899) auf. Er wurde 1885 in Berlin durch einen methodistischen Pastor getauft und gründete in demselben Jahr im heutigen Kischinew (Hauptstadt Moldawiens) die erste „messianisch-jüdische“ Gemeinde mit dem Namen „Yehudim Meshichiim Bney Brit Hachadashah“ (dt. Messianische Juden, Söhne des neuen Bundes). Rabinowitz weigerte sich, einer offiziellen Kirche anzugehören, stattdessen verstand er sich als ein Teil der universalen Kirche Jesu Christi, ohne seine jüdischen Sitten aufzugeben, soweit diese nicht mit dem neutestamentlichen Zeugnis kollidierten.[11]

Lehre

Siehe auch Absatz Begriff.

Der Glaubenssatz mit dem „messianische Juden“ in ihrer weltweit vielseitigen Bewegung im Sinne eines Bekenntnisses  gefasst werden können, lautet: „Messianische Juden sind Juden, die an Jesus als den Messias Israels glauben.“[12]

Dieser Glaube ist stark im Neuen Testament verankert, stellt aber auch eine feste Verbindung zwischen Tanach und Neuem Testament her. Es finden sich sehr oft Übereinstimmungen der messianischen Theologien und der christlichen Kirchen im Westen. Der ehemalige Präsident des Messianic Jewish Theological Institute in Florida M. Kinzer merkt dazu an:

I think the first issue that Messianic Jewish thought must address in order to develop at a higher level of reflection is that of ecclesiology. Before we can understand ourselves, we need to understand the Church and the Jewish people, and the relationship between them. Before we can determine our own distinctive place (as Messianic Jews) in relation to these two historic communities and traditions, we need to assess their respective theological status – where they stand before God and in Messiah – and the mysterious way they are both united and divided.[13]

Sowohl Juden als auch „messianische Juden“ nehmen die theologische Kategorie – das auserwählte Volk Gottes (Israel) – zu sein, in Anspruch.[14] Im Allgemeinen lehnen „messianische Juden“ christlich-theologische Begrifflichkeiten (e.g. Zwei-Naturen-Lehre oder Trinitätsdogma) ab, jedoch nicht zwingend ihre inhaltliche Bedeutung.

Deutsche Besonderheiten

Seit dem Zweiten Weltkrieg trägt Deutschland eine historische Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volk. Als einen Schritt zur Revitalisierung jüdischen Lebens emigrierten seit dem Beschluss der Bonner Ministerpräsidentenkonferenz vom 9.1.1991 bis 2006 rund 227.000 „jüdische Kontingentflüchtlinge“ aus der ehemaligen Sowjetunion mit ihren Familienangehörigen nach Deutschland; darunter auch „messianische Juden“. In Verbindung mit den jüdischen Zuwanderern, entstanden Mitte der 1990er Jahre „messianisch-jüdische Gemeinden“ in Deutschland. Vielen russische Juden wurden in Deutschland zu „messianischen Juden“: einerseits durch judenmissionarische Aktivitäten einzelner Personen innerhalb der evangelischen Kirchen und andererseits durch evangelikale Werke wie Evangeliumsdienst für Israel (EDI), Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (AMZI), Beit Shar Shalom Evangeliumsdienst (BSSE) und Juden für Jesus. Sowohl die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) als auch die Lausanne Commitee for Jewish Evangelism (LCEJ) unterstütz(t)en die aktive Judenmission.[15]

Die anhaltende Judenmission führt zu Kritik von jüdischen Gemeinden, Organisationen des jüdisch-christlichen Dialogs und kirchlichen Institutionen in Deutschland.[16]

Praxis

Gemäss jüdischer Tradition lassen „messianische Juden“, in der Regel ihre Buben am achten Tag nach der Geburt beschneiden. Die Erwachsenentaufe (meist mit Untertauchen des ganzen Körpers) bildet den letzten Schritt in der persönlichen Zustimmung, dass Yeschuha, (wie Jesus von Nazareth durchgehend in der messianischen Bewegung genannt wird), der Messias ist. Die Säuglingstaufe wird allgemein abgelehnt. Die Abendmahlfeiern variieren terminlich je nach Gemeinde entweder wöchentlich am Shabbat, monatlich oder einmal im Jahr zu Pessach. Überwiegend finden am Shabbat die Hauptgottesdienste statt. Generell gilt, je „christlicher“ die Glaubensinhalte sind, desto weniger thoratreu wird gelebt. Eine besonders „jüdische“ Glaubenspraxis wird im Einhalten der rabbinischen Halacha sowie der Thoragebote betont. Diese thoraobservanten „messanischen Juden“ bilden nicht die Mehrheit der Bewegung, sondern jene, die individuell Gebote festlegen, die sie einhalten möchten. Daraus ergibt sich eine Heterogenität der Glaubenspraxis unter „messianischen Juden“, die sich auch im Feiern des jüdischen Festkalenders zeigt, dessen Feste nicht von allen gefeiert werden. Werden aber jüdische Feste gefeiert (e.g. Pessach, Schawout, Sukkot, Chanukka), so werden sie mit den dazugehörigen Riten, vor dem Hintergrund ihres messianisch-jüdischen Messiasbekenntnisses, uminterpretiert.[17]

Verbreitung und Organisation

Die messianisch-jüdische Bewegung ist ein weltweites Randphänomen der Gegenwart. Es gibt weder eine gemeinsame Dachorganisation von „messianischen Juden“, noch eine einheitliche Definition, wer eigentlich ein „messianischer Jude“ ist. Daher gibt es auch keine genauen Statistiken, was die Zahl derer angeht, die sich als „messianische Juden“ definieren.

Die folgenden Angaben zu Zahlen und Verbreitung sind daher ohne Gewähr:

Der aus England stammende „messianischen Jude“ R. Harvey schätzt, dass es weltweit ungefähr 150.000 „messianische Juden“ gibt. Die zwei Zentren „messianischer Juden“ bilden Nordamerika mit mehr als 100.000 „messianischen Juden“, verteilt auf ca. 300 „messianischen Gemeinden“, und Israel mit ca. 5000 „messianischen Juden“, verteilt auf ca. 120 Gemeinden. In Europa gibt es seiner Studie zu folge geschätzte 16.000 „messianische Juden“: Großbritannien 5.000, Deutschland 1000, Russland 5000, Ukraine 5000. Weitere Gemeinden existieren in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Tschechien, Ungarn,

Für Deutschland liegt eine empirische Studie mit beinahe 700 „messianischen Juden“ von S. Pfister aus dem Jahr 2008 vor.[18]

In Lateinamerika werden von P. Hocken „messianisch-jüdische“ Gemeinden in Belo Horizonte (Brasilien) und Buenos Aires (Argentinien) erwähnt, unter deren Mitglieder sind die Nachfahren zwangskonvertierter Juden, die aus der mittelalterlichen Judenverfolgung auf der iberischen Halbinsel abstammen, den sogenannten Marranen.[19]

Angaben zu „messianisch-jüdischen“ Gemeinden in Afrika, besonders in Äthiopien und Simbabwe verzeichnet das Messianic Jewish Bible Institute[20] und zu Südafrika die Chosen people Ministries.[21]

Eine umfassende Erhebung zu den „messianischen Juden“ in Israel fand 1999 von K. Kjær‑Hansen/B.M. Skjøtt statt, damals wurden 5000 „Messianische Juden“ gezählt. Nach Schätzungen von H. Rucks leben im Jahr 2014 rund 8.000-10.000 messianische Juden in Israel.

Per definitionem ist Israel ein jüdischer Staat, folglich besteht ein außerordentliches juristisches Interesse, zu definieren, wer ein Jude ist. Das israelische Rückkehrgesetz aus dem Jahre 1950 erlaubt allen Juden eine Einwanderung nach Israel. Fälle aus der Vergangenheit (e.g. Daniel Rufeisen) zeigen, wie komplex und ambivalent das Thema der Anerkennung als Jude zwischen den institutionellen Gewalten – Obersten Gerichtshof und Oberrabbinat in Jerusalem – geführt wurde. Messianische Juden gelten im Staat Israel als Konvertiten, denen keine Einbürgerung unter Bezugnahme auf das Rückkehrgesetz erlaubt wird.[22]

Traditionen/Abspaltungen

„Messianische Juden“ treten nicht als Einheit auf, wie etwa die katholische Kirche. Es gibt unter „messianisch-jüdischen“ Gemeinden verschiedenste Richtungen mit je eigenen Identitäten und theologischen Prägungen. Die einen bewegen sich eher im christlichen, die anderen eher im jüdischen Spektrum. Wichtig ist es, jede Gemeinde für sich zu betrachten, um nicht von einer Gemeinde auf die ganze „messianisch-jüdische“ Bewegung zu schließen damit nicht ein falsches Bild von „Messianischen Juden“ entsteht.

In Israel lässt sich die „messianisch-jüdische“ Bewegung in vier Sprachgruppen unterteilen: hebräisch-/, englisch-, äthiopisch- und russischsprachige Gemeinden. Die beiden letztgenannten Gruppen gehen auf Migrationsbewegungen aus Äthiopien und der ehemaligen Sowjetunion zurück. Durch die internationale Vernetzung wird in vielen Hebräisch sprechenden Gemeinden auch Englisch gesprochen.[23]

„Messianische Juden“ sind nicht mit der Association of Herbrew Catholics, deren Mitglieder vorwiegend in Nordamerika leben, oder mit den Hebräisch sprechenden Katholiken in Israel zu verwechseln, beide gehören der Katholischen Kirche an. In Israel bestehen diese größtenteils aus katholischen Migranten und nur wenigen Konvertiten, die sich in ihrer Selbstwahrnehmung als Christen, explizit als Katholiken bezeichnen und sich ihrer persönlichen wie religionsgeschichtlichen Wurzeln aus dem Judentum und der problematischen Beziehung zwischen „Kirche und Synagoge“ bewusst sind.

Literatur

Ben-Chorin, Schalom, Messianische Juden. Judenchristen in Israel, in: Ders., Theologia Judaica. Gesammelte Aufsätze, Lenzen, Verena (Hg.), Band 2, Tübingen 1992.

Castritius, Helmut, Art.: Judenchristen, in: NLJ [Neues Lexikon des Judentums] 422.

Crombie, Kelvin, For the Love of Zion. Christian Witness and the Restoration of Israel, Bristol 2008.

Frankemölle, Hubert, Frühjudentum und Urchristentum. Vorgeschichte – Verlauf – Auswirkungen (4. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.), Stuttgart 2006.

Harvey, Richard, Mapping Messianic Jewish Theology. A Constructive Approach, London 2009.

Hermle, Siegfried, Art.: Judenchristen, in: RGG4, 608f

Hocken, Peter, The Marranos. A History, in Need of Healing, TJC II 2006.

Hocken, Peter/Juster, Daniel, The Messianic Jewish Movement. An Introduction, TJC II 2004.

Hornung, Andreas, Messianische Juden zwischen Kirche und Volk Israel. Entwicklung und Begründung ihres Selbstverständnisses, Basel 1995.

Kinzer, Mark, Postmissionary Messianic Judaism. Redefining Christian Engagement with the Jewish People, Michigan 2005.

Kessler, Edward, Art.: Messianic Jews, in: A Dictionary of Jewish Christian Relations 292.

Laepple, Ulrich, Messianische Juden – eine Provokation. Mit Beiträgen von Richard Harvey, Peter Hirschberg, Hanna Rucks, Sven Schönheit und Hans-Joachim Scholz, Göttingen 2016.

Pfister, Stefanie, Messianische Juden in Deutschland. Eine historische und religionssoziologische Untersuchung, Berlin 2008.

Rucks, Hanna, Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel, Neukirchen‑Vluyn 2014.

von der Osten-Sacken, Peter, Ein Empfehlungsbrief Christi. Zur Debatte um Judenmission, Judenchristen und messianische Juden, in: Frankemölle, Hubert/Wohlmuth, Josef (Hg.), Das Heil der Anderen. Problemfeld: „Judenmission“, Freiburg i. Br. 2010, 77-112.

Stemberger, Günter, Art.: Judenchristen, in: RAC 19, 1998, 232-234.

Steiner, Martin, Martin, Messianische Juden – ebenso interessant wie umstritten, in: SKZ, Nr. 45/2016, 571-573.

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Stuhlmann, Rainer, Offen für die Antwort des Messias? Kritische Bemerkungen zu „Messianischen Juden“ und Evangelikalen in Israel, in: KremersThomas/Hasselhoff, Görge K./Klappert, Bertold (Hg.), Heinz Kremers – Vom Judentum lernen, Neukirchen-Vlyn 2015, 196-200.

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Internetquellen

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Anmerkungen 

[1] Vgl. P. von der Osten-Sacken, Ein Empfehlungsbrief Christi 89.

[2] Vgl. M. Steiner, Zwischen Kirche und Synagoge, Wien 2018.

[3] E. Kessler, Art.: Messianic Jews, in: A Dictionary of Jewish‑Christian Relations, 2005, 292.

[4] Vgl. M. Kinzer, Postmissionary Messianic Judaism. Redefining Christian Engagement with the Jewish People, Michigan 2005.

[5] „Messianic Judaism is proactive in seeking Jewish converts and condemned by fast majority of the Jewish community. Although a Jewish convert to Christianity may still be categorised a Jew according to a strict interpretation of the halakhah (Jewish law), most Jews are adamantly opposed to the idea that one can convert to Christianity and still remain a Jew or be considered part of Jewish life. From a mainstream Christian perspective Messianic Judaism can also invoke hostility for misrepresenting Christianity.“ [Kursivsetzung durch den Verf.]. E. Kessler, Art.: Messianic Jews, in: A Dictionary of Jewish‑Christian Relations, 2005, 292f.

[6] R. Stuhlmann, Rainer, Offen für die Antwort des Messias? Kritische Bemerkungen zu „Messianischen Juden“ und Evangelikalen in Israel, in: KremersThomas/Hasselhoff, Görge K./Klappert, Bertold (Hg.), Heinz Kremers – Vom Judentum lernen, Neukirchen-Vlyn 2015, 196-200.

[7] Vgl. Ben-Chorin, Schalom, Messianische Juden. Judenchristen in Israel, in: Ders., Theologia Judaica. Gesammelte Aufsätze, Lenzen, Verena (Hg.), Band 2, Tübingen 1992, 175-178; 176.

[8] Vgl. S. Hermle, Art.: Judenchristen, in: RGG4, 608f. Vgl. S. Pfister, Messianische Juden in Deutschland 51,54,59-61.

[9] Vgl. P. Hocken/D. Juster, The Messianic Jewish Movement An Introduction, TJC II 2004, 10.

[10] Vgl. ebd; Vgl. H. Rucks, Messianische Juden 17; unter Verweis auf Fussnote Nr. 7: E. W., Van de Poll, Sacred Times For Chosen People. Development, Analysis and Missiological Significance of Messianic Jewish Holiday Practice (=Mission, Nr.46), Zoetermeer 2008, 57.

[11] Vgl. A. Hornung, Messianische Juden zwischen Kirche und Volk Israel 46f.; unter Verweis auf seine Fußnote Nr. 6: K. Kjær-Hansen, Josef Rabinowitz – The Herzl of Jewish Christianity, in: Mishkan 14 (1991) 1-14.

[12] S. Pfister, Messianische Juden in Deutschland 15.

[13] M. Kinzer, e-mail to the author, in: R. Harvey, Mapping Messianic Jewish Theology. A Constructive Approach, London 2009, 280.

[14] Vgl. P. Hocken/D. Juster, The Messianic Jewish Movement. An Introduction, TJC II 2004, 9.

[15] Vgl. S. Pfister, Messianische Juden in Deutschland 100f; 126f; 162.

[16] Vgl. Vatikanische Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum,,Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt‘ (Röm 11,29). Reflexionen zu theologischen Fragestellungen in den katholisch-jüdischen Beziehungen aus Anlass des 50jährigen Jubiläums von ,Nostra aetate‘ (Nr.4), vom 10. Dezember 2015. Deutsche Bischofskonferenz (Hg.), Bonn 2015, Nr. 40; Vgl. Deutscher Evangelischer Kirchentag, Stellungnahme des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages, warum christliche Gruppen mit judenmissionarischer Intention und Praxis keine aktive Teilnahme an Kirchentagen gewährt werden kann, in: Messianische Juden-Statement vom 01.02.2014, URL: https://www.kirchentag.de/aktuell/nachrichten/nachrichten/archiv_stuttgart/messianische_juden_gespraech/messianische_juden_statement.html; Vgl. A. Paul, In der Jesusfalle. Chemnitz: Messianische Juden missionieren – die Gemeinde ist empört, in: Jüdische Allgemeine vom 9.2.2006, URL: https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/5168 (Stand: 23.07.2018); Vgl. C. Guski, Mission Judentum. Wie Evangelikale Zuwanderern ein »neues Heilserlebnis« vermitteln wollen, in: Jüdische Allgemeine vom 19.06.2014, URL: https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19436/highlight/messianische&juden (Stand: 23.07.2018).

[17] Vgl. H. Rucks, Das Phänomen „Messianischer Juden“, in: Laepple, Ulrich, Messianische Juden – eine Provokation. Mit Beiträgen von Richard Harvey, Peter Hirschberg, Hanna Rucks, Sven Schönheit und Hans-Joachim Scholz, Göttingen 2016, 17-20.

[18] Pfister, Stefanie, Messianische Juden in Deutschland. Eine historische und religionssoziologische Untersuchung, Berlin 2008.

[19] P. Hocken, The Marranos. A History, in Need of Healing, TJC II 2006, 6.

[20] Vgl. http://mjbi.org/schools/ (Stand:12.03.2018).

[21] Vgl. https://chosenpeople.com/site/south-africa/ (Stand:12.03.2018).

[22] Vgl Sefer Ha-Chukkim, Law of Return. No. 51, Jerusalem 1950, URL: http://www.nbn.org.il/aliyahpedia/government-services/government-benefits-new-immigrants-oleh-chadash/the-law-of-return/ (Stand: 10.03.2018).

[23] Vgl. H. Rucks, Messianische Juden, Inhaltsverzeichnis XII; 314; 324.