eschua aus Nazareth — rabbinische Ansichten

Jeschua aus Nazareth — rabbinische Ansichten

27. Mai 2015 geschrieben von   Klal Emunim Freigegeben in Material zu Kerninhalten der konservativen jüdisch messianischen Richtung

Wie vielen Menschen unbekannt ist, wird die Person von Jeschua von Nazareth auch von vielen Personen im traditionellen Judentum differenzierter betrachtet, als allgemein bekannt. Im Fokus dieser Betrachtungen ist aber die Jüdischkeit von Jesus. Eine Auswahl von Aussagen ist hier zusammengestellt. Eine komplette Übersicht finden Sie bei Schuwa LaSchoresch http://www.laschoresch.org/ueber-uns/rabbinische-ansichten-ueber-rabbi-jeschua-aus-nazareth.html, die freundlicherweise ihr Material hier zur Verfügung stellen.

Rabbi Itzchak KADURI — Misrachi-Rabbiner, Mekubal gadol (1890-2006), Israel

בענין הר״ת (ראשי תיבות, ע.י.) של משיח:

«ירים העם ויוכיח שדברו ותורתו עומדים»

באתי על החתום בחודש הרחמים (אלול, ע.י.) התשס״ה,

יצחק כדודי

Rabbi Kaduri s.z.l. verfasste 2005 folgende Nachricht:

„In Bezug auf die Anfangsbuchstaben des Maschiach:

‚Er wird das Volk erheben und unter Beweis stellen, dass sein Wort und seine Torah Bestand haben.’

Geschrieben mit meiner Unterschrift im Monat der Barmherzigkeit 5765.“ [95]

Rabbi Harvey FALK — orthodoxer Rabbiner — USA

„Christen haben einige der Lehren Jesu missverstanden, während Juden unnötigerweise ablehnend gegenüber ‚Jeschua haNozri’ stehen. …Jesus war ein Pharisäer von der Schule Hillels, so dass seine zurechtweisenden Aussprüche (‚Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, Heuchler!’) an die Schule Schammai gerichtet waren, nicht an die Juden im Allgemeinen, und noch nicht einmal an alle Pharisäer.“ [96]

Rabbi Moshe Reiss — Stellvertretender Rabbiner an der Yale University, USA

„Als jüdischer Rabbi verstehe ich die Jüdischkeit Jesu. Jesus war kein Christ, er war Jude. Jesus war wie ein Jude gekleidet, betete wie ein Jude, lehrte und argumentierte in seinen Gleichnissen wie ein jüdischer Rabbi. Sein gesamtes Leben verbrachte er als Jude und starb als Jude, er starb, da bin ich mir sicher, mit einem ‚Sch’ma Israel’ auf den Lippen.“

„Es ist für mich in meiner Tradition annehmbar, dass er ein potentieller jüdischer Messias war, der im Jahre 30 n.d.Z. gekreuzigt worden ist. Nach meiner Sichtweise und meinem Verständnis der Schriften und anderer Texte sehe ich Jesus als radikalen jüdischen Rabbi. In mancherlei Hinsicht ist er mit dem radikalen Propheten Jeremia zu vergleichen, der von den Juden mehrmals beinahe umgebracht wurde ist; mit dem Priester von Qumran, der den Tempel und seine Priesterschaft ablehnte; mit Rabbi Hillel dem Älteren, dem großen Gelehrten seiner Tage, der zu Jesu Zeiten als gefährlicher Radikaler angesehen wurde; und mit Choni haMa’agel (Choni der Kreiszieher), dem Charismatiker und Wundertäter, der G-tt ‚Abba’ (Vater) nannte und im Namen seines ‚Abba’ sprach.“

„Wenn Jesus als Messias wiederkommt, wird er beschnitten sein, nach koscherem Essen fragen und darauf bestehen, am Samstag in einer Synagoge zu beten, und nicht am Sonntag in einer Kirche, in der Kruzifixe zu sehen sind.“ [97]

Rabbi Schmuley BOTEACH — Schaliach von Chabad Lubawitch, TV- und Radio-Moderator (geb. 1966), USA

„Jesus war ein pharisäischer Rabbi. Alles, was er lehrte und lebte, gründete auf der Torah und dem Talmud. Jesu Sendung zielte auf eine Erneuerung der jüdischen Hingabe an die Torah ab, in einer Zeit, als die Bande der Tradition begannen, sich aufgrund der bedrückenden Hand der römischen Besatzer zu entflechten. … Wir müssen die Sendung Jesu und das Ziel dessen, das er erreichen wollte, neu überdenken. Es ist Zeit für die jüdische Gemeinschaft, die Jüdischkeit Jesu zu reklamieren, indem sie seine ursprüngliche Mission und seine große Liebe zu seinem Volk versteht, bevor seine Geschichte durch spätere Schreiber überarbeitet und er zu einem Feind der Juden und zu einem Freund der Römer gemacht wurde.“ [98]

„Die frühen Christen glaubten nicht an die G-ttlichkeit Jesu, sondern daran, das, dass er der lang verheißene Messias sei. An diesem Glauben gab es nichts inhärent Häretisches, er war vielmehr die Norm.“ [99]

„Jesus war der berühmteste Jude aller Zeiten, aber heute hält man ihn, wenn man an ihn denkt, für einen Christen. Überraschenderweise hat die jüdische Gemeinschaft diese Verdrehung der Geschichte akzeptiert und neigt dazu, Jesus als Abtrünnigen zu betrachten. Wie seltsam, dass die Juden eher eine christliche Version über einen ihrer Brüder akzeptieren, als sich auf die Suche nach dem Mann hinter dem Mythos zu begeben! [100]

© Gemeinschaft „Freude am Baum des Lebens“ Berlin — Schuwa LaSchoresch

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